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Sie wollten ans Meer: Der kleine Nick macht Ferien

Der große internationale Erfolg der französisch-belgischen Filmkomödie „Der kleine Nick“ nach der zum Kult avancierten Kinderbuch-Vorlage von René Goscinny und Jean-Jacques Sempé hat eindrucksvoll bewiesen, dass der Begriff „altmodisch“ auch ein Gütesiegel sein kann und dass Humor nicht zynisch sein muss, um altersübergreifend prächtig zu unterhalten.

Matheo Boisselier als der kleine Nick mit seinen Freunden im Film "Der kleine Nick macht Ferien"
Jean-Marie Leroy/Wild Bunch Matheo Boisselier als der kleine Nick mit seinen Freunden im Film "Der kleine Nick macht Ferien".

Endlich hat sich Nicks Vater (Kad Merad) mit seinem Urlaubswunsch durchgesetzt. Erstmalig fährt die Familie ans Meer und muss nicht auf den Bergen herumkraxeln, die die Mutter (Valérie Lemercier) so liebt. Allerdings bezahlt das Familienoberhaupt einen hohen Preis, denn die Oma (Dominique Lavanant), die immerzu geküsst werden will und ihren Schwiegersohn nie sonderlich mochte, geht mit auf die große Reise. Der kleine Nick (Mathéo Boisselier) nimmt vorübergehend Abschied von seiner Flamme Marie-Hedwig, hält sie aber mit Briefen auf dem Laufenden. Und zu berichten gibt es eine ganze Menge. Schon die Hinfahrt gerät zum Fiasko und vor Ort lernt Nick viele neue und natürlich äußerst schräge Freunde kennen. Papa hingegen trifft einen ehemaligen Schulkameraden. Zu dessen Anhang gehört auch ein wirklich grusliges Mädchen, mit dem Nick offenbar verkuppelt werden soll. Schockschwerenot! Aber wozu hat man schließlich Freunde? Nicks Kameraden werden schon dafür sorgen, dass die fremde Familie das Interesse am potentiellen Schwiegersohn rasch wieder verliert…

Laurent Tirard nahm auch beim zweiten Kinoabenteuer des kleinen Chaoten auf dem Regiestuhl Platz. Während die erwachsenen Schauspieler aus Teil 1 wieder mit von der Partie sind, musste die Hauptrolle aus Wachstumsgründen natürlich neu besetzt werden. Mathéo Boisselier versprüht allerdings einen ähnlich unwiderstehlichen Charme wie sein Vorgänger Maxime Godart. Schon der beschwingte Postkarten-Vorspann deutet an, worauf sich der Zuschauer in den nächsten 90 turbulenten Minuten freuen darf. Ein gut gelauntes Ensemble dreht in bunten Retro-Kulissen so richtig auf. Sowohl den Nöten der Kids als auch den Irrungen und Wirrungen der Großen wird genügend Zeit eingeräumt. Okay, die Verwandlung von Nicks Mutter in einen Filmstar ist dann doch ein bisschen dick aufgetragen, während beim Showdown viel mehr drin gewesen wäre (Mumien im nächtlichen Wald, hallo?). Unterm Strich ist auch dieses zweite liebenswert-skurrile Kapitel, das hoffentlich nicht das letzte bleiben wird, ein riesiger Spaß für Kindsköpfe eines jeden Alters.

Wertung:
Anspruch: 1
Spannung: 3
Action: 3
Humor: 4
Erotik: 1

Bundesstart: 02. Oktober 2014   
Genre: Komödie

Mehr Infos unter: www.der-kleine-nick-macht-ferien.de