Massimo Mariott:

Der Schattenmann für die BVB-Stars

Massimo Mariotti kennt das Neubrandenburger Turnier aus dem FF. Dass er in diesem Jahr nicht als Trainer der Dortmunder U13 anreist hat einen besonderen Grund ...

Tor durch Neuzugang Pierre-Emerick Aubameyang (rechts) - vorne freut sich auch Henrikh Mkhitarian.
Verein Tor durch Neuzugang Pierre-Emerick Aubameyang (rechts) - vorne freut sich auch Henrikh Mkhitarian.

Eigentlich war der 11. Januar 2014 bei Massimo Mariotti rot im Kalender angestrichen. An diesem Tag wollte der Nachwuchstrainer der Dortmunder Borussia mit seiner U13-Auswahl am Tollensesee nach den Pokal greifen. "Für mich ist diese Beranstaltung das Non-Plus-Ultra in der Altersgruppe, ich bin immer gerne in Neubrandenburg, tolle Spiele, tolle Stimmung.´"

Aber es kam alles anders. Im Sommer bekam der gebürtige Schweizer plötzlich von BVB-Mananger Michael Zorc ein verlockende Angebot. "Das konnte und wollte ich nicht ablehnen", sagt Mariotti noch heute. Und so kam es dazu: Im Sommer holte der Verein neue Stars - den Armenier Henrikh Mkhitarian, den Franzose Pierre-Emerick Aubameyang und den Griechen Sokratis. Neue Stars für den Angriff auf Europas Thron.

Das Sprachtalent

Und dann kam Mariotti ins Spiel. Die Sprachgewandheit des Schweizers hatte sich bis in die Vereinsführung herumgesprochen. Mariotti spricht perfekt Französisch und Italienisch, dazu - wenn es sein muss - Spanisch. Kurzum, er bekam das Angebot, den Stars die Integration zu erleichtern. Dafür gab er seinen Job bei einer Firma in Kamen auf, der Chef stellte ihn für ein Jahr frei.

Für ein Jahr ist er nun der Schattenmann der BVB-Stars. Dabei ist die Aufgabe bei Borussia dem Mann mit der Trainer-A-Lizenz auf den Leib geschrieben. Schließlich hat er selber jahrelang als Profi - unter anderem beim MSV Duisburg - Fußball gespielt. Weiß also, wie das Geschäft läuft. Mit den drei Neuen ging er anfangs die wichtigsten Fußball-Vokabeln durch. Auf dem Trainingsplatz fungierte er als Dolmetscher, außerhalb des Vereinsgeländes als "Mutter für alles". Er half den Neuen nicht nur schnell die Sprache zu erlernen, besonders der Armenier Mkhitarian zeigte sich talentiert, sondern auch die Tücken des Alltags zu meistern. Behördengänge, Formulare ausfüllen - Massimo Mariotti stand den dreien zur Seite.

"Ich möchte irgendwann wieder als Trainer arbeiten"

Mittlerweile sind die Stars integriert, zahlen es dem Verein mit Toren und Vorlagen zurück. Auch Mariotti hat einen guten Job gemacht. Für ihn ist klar, dass er nach dem Jahr wohl wieder in den Nachwuchsbereich wechseln wird. Und auch dafür war das Jahr wichtig. "Ich konnte ja täglich einen Weltklasse-Trainer wie Jürgen Klopp beobachten, war ganz dicht an der Mannschaft. Da konnte ich mir viel abgucken. Denn eins steht fest: Ich möchte irgendwann wieder als Trainer arbeiten", erzählt Mariotti.

Na dann  können sich die Neubrandenburger Turniergäste auf den sympathischen Fußballlehrer freuen. Denn  das Turnier am Tollensesee hat er ins Herz geschlosen