Heinz Dahms:

Ein „Knabe“ aus der ersten Stunde

Fußball-Trainer Heinz Dahms gehört zu dem Jahrgang, der schon bei der Premiere des Knabenturniers im Jahr 1966 mitwirkte.

Heinz Dahms
nk Heinz Dahms

Wenn Mutti nicht wäre. Heinz Dahms, Trainer des Verbandsligisten TSV Friedland 1814, vertieft sich in dem „personengebundenen“ Fußball-Album, das einst seine Mutter für ihn führte – vom kleinen Heinzi bis zum großen Heinz.

„Zeiten waren das!“ Die Nachwuchs-Station BSG Post Neubrandenburg, später die Männer-Spielzeiten als Torhüter bei Post und Vorwärts in der Viertorestadt, bei Chemie PCK Schwedt, Lok/Armaturen Prenzlau. Fotos, Zeitungsartikel, Statistiken: „Alles akkurat eingeklebt.“ Dem 57-Jährigen macht es sichtlich Spaß, in der Sammlung zu blättern.

Weil das 48. Fußball-Knabenturnier des Nordkurier naht, bleibt Heinz Dahms weiter vorn in seinem wertvollen Buch hängen. Ein Mannschaftsbild mit einem Dutzend Jungen benötigt die volle Aufmerksamkeit. „Das war unsere Truppe!“ Dahms gehört dem besonderen Jahrgang an, der bei der Premiere des Knabenturniers startete. Am 2. Januar 1966 wetteiferten zum ersten Mal zehn Mannschaften um den von der „Freien Erde“ gestifteten Wanderpokal. „Wir waren mit der BSG Post in Neustrelitz dabei. Das Turnier hatte da schon eine für Ostverhältnisse sehr gute Besetzung, war aber natürlich noch nicht die Kultveranstaltung mit Riesenpublikum wie heutzutage“, so Dahms. „Am Ende kriegten wir eine Urkunde und fühlten uns wie Fußball-Weltmeister.“

Erster Sieger war übrigens der TSC Berlin, Vorgänger vom 1. FC Union. Auch bei der 2. Auflage, die der BFC Dynamo gewann, mischten Heinz Dahms und seine Viertorestädter „Briefträger“ mit. „Es wurde ja von Jahr zu Jahr verrückter, das Turnier immer beliebter“, so Dahms. Erst recht mit dem Umzug 1970 in die Neubrandenburger Stadthalle und 1997 ins dreimal so große Jahnsportforum.

Dahms blieb dem Knabenturnier treu, auch als Erwachsener. Allein 16 Mal (!) stellte er sich als Torhüter dem traditionellen Duell mit den besten Neunmeterschützen der Teams, die ihren „König“ ermittelten. Da konnte man selbst zum King werden.

„Einmal, das war noch in der Stadthalle, da hatte ich nach der zweiten Runde alle Bälle gehalten – nur ein BFCer und ein Neubrandenburger waren noch im Rennen. Es war mir eine besondere Freude, den BFC-Neuner wegzufischen.“

Ein anderes Mal, dann schon vor 3000 Zuschauern im Jahnsportforum, lief es zunächst weniger ruhmreich: „Die Bälle pfiffen nur so rechts und links an mir vorbei ins Tor. Ich hielt nix. Da grinsten die Leute schon ein bisschen schadenfroh. Ich lass‘ mir also einen nassen Lappen geben, feuchte meine Schuhsohlen an, um besser abspringen zu können. Und ausgerechnet nach dieser Aktion setzt mir doch so ein frecher Bayer einen Lupfer ins Netz. Die ganze Halle johlte.“ Heinz Dahms lacht und kippt das Album mit beiden Händen zu. „Das waren Zeiten!“

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