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Den Deutschen ist ihr Fisch etwas wert

Für Fisch und Meeresfrüchte geben die Deutschen weiter gerne Geld aus, greifen dabei sogar immer mehr zu teureren Produkten. Vor allem im Norden ist das so.

Biolachs aus Hamburg (unten).
Bodo Marks Biolachs aus Hamburg (unten).

Fisch auf dem Teller ist den Deutschen weiter lieb und auch teuer. So blieb die Nachfrage nach Fisch und Meeresfrüchten im vergangenen Jahr trotz teils höherer Preise mit 1,15 Millionen Tonnen stabil, wie das Fisch-Informationszentrum (FIZ) am Mittwoch in Hamburg mitteilte. Wie in den Jahren zuvor aßen 2015 die Norddeutschen den meisten Fisch: In Mecklenburg-Vorpommern und Hamburg waren es je 6,7 Kilogramm pro Kopf. In Baden-Württemberg waren es mit 4,8 Kilogramm fast zwei Kilogramm weniger.

Die Umweltorganisation Greenpeace warnte vor einer weiteren Überfischung der Meere und forderte die Bundesbürger auf, weniger Fisch zu essen. "Fisch muss wieder (...) zur Delikatesse für besondere Gelegenheiten werden", sagte der Greenpeace-Meeresexperte Thilo Maack. Er forderte Bundesagrarminister Christian Schmidt (CSU) auf, die industrielle Fischerei einzuschränken.

Nichts geht über Lachs

"Niemals zuvor wurde in Deutschland mit 3,7 Milliarden Euro mehr Geld im Einkauf von Fisch und Co. ausgegeben als im Jahr 2015", betonte Lauenroth. So sei die Einkaufsmenge im Vergleich zu 2014 zwar nur um ein Prozent auf knapp 421 000 Tonnen gestiegen. Die Verbraucher gaben aber mehr Geld aus. Hauptursache dafür war nach Einschätzung des FIZ der Hang zu vorverpackten und damit teureren Fischereierzeugnissen, aber auch höhere Preise. So stiegen die Verkaufspreise von Fischprodukten mit durchschnittlich zwei Prozent deutlich stärker als die Nahrungsmittelpreise allgemein.

Wie 2014 war der Lachs der beliebteste Speisefisch, gefolgt von Alaska-Seelachs, Hering, Thunfisch und Forelle. Auf diese fünf Fischarten entfielen im vergangenen Jahr rund drei Viertel des Fischkonsums in Deutschland. Insgesamt lag der Anteil der Seefische bei 60,3 Prozent, Süßwasserfische kamen auf 29,3 Prozent. Der Rest entfiel auf Krebs- und Weichtiere.