Beliebtes ostdeutsches Rezept:

In eine richtige Soljanka gehört kein Fleisch

Wurst natürlich schon. Diese Zutaten geben der Suppe ihren unverwechselbaren Geschmack.

Herzhaft und lecker: Die Soljanka gehört zu den bekanntesten ostdeutschen Suppen.
Jan Woitas Herzhaft und lecker: Die Soljanka gehört zu den bekanntesten ostdeutschen Suppen.

Wie es sich für eine Gaststätte mit Ostcharme gehört, steht in der Ueckermünder Gaststätte „Zitterbacke“ natürlich auch Soljanka à la DDR auf der Speisekarte. In die richtige Soljanka gehört kein Fleisch, sagt die Köchin des Lokals. Jagdwurst und Salami passen am besten. Die Wurst wird in kleine Stücke geschnitten und zusammen mit fein gehackter Zwiebel angebraten. Anschließend wird Letscho dazugegeben. „Das richtige“, so die Köchin, die die Hausmarke aber nicht verraten will. Zudem kommen passierte Tomaten in den Topf.

Das Ganze wird gut durchgeköchelt und mit Salz und Pfeffer abgeschmeckt. Anschließend etwas Zitrone hinzugeben und mit Brühe aufgießen. Zum Schluss gehören noch geschnittene Gewürzgurken in das Süppchen. Zum Servieren kommt obendrauf natürlich der berühmte Sahne-Blub. Normalerweise handelt es sich dabei um saure Sahne. In der „Zitterbacke“ schwört Chefkoch Stefan Wolff aber auf süße Sahne. Nicht vergessen: die Scheibe Zitrone. Die Soljanka stammt aus dem osteuropäischen Raum, sie ist vor allem auch in Russland bekannt.

Drei wesentliche Arten werden unterschieden – mit Wurst, Pilzen oder Fisch. Übrigens: Wer schon immer gerätselt hat, woraus eigentlich die Soße für das Zigeunerschnitzel besteht, dem verrät die Zitterbacke-Köchin das Geheimnis: Soljanka andicken und dann über das Fleisch geben.

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Kommentare (1)

Amüsant. Da kann man mal sehen, dass Dinge, die schon in ihren Herkunftsregionen kein einheitliches Rezept haben, auch in der á-la-DDR-Abwandlung alle paar Kilometer anders rezeptiert sind. Gab es schon zu DDR-Zeiten passierte Tomaten? Egal. Neulich belauschte ich eine Diskussion, wo einer der Teilnehmer felsenfest behauptete, Soljanka ist nur echt, wenn da Sauerkraut mit drin ist. Ich habe mich nicht eingemischt. Das ist vermutlich genauso eine fruchtlose Diskussion, wie die Einigung zweier Leute auf einen gleichen Pizzabelag. Neben der Dreiteilung der Arten (wie oben beschrieben) gibt es noch eine zweite, wesentlich wichtigere Unterartung, wie ich finde: Die Einteilung in Sommer- und Wintersoljanka. Sie unterscheiden sich in der Verwendung von frischen (Sommer) und sauer eingelegten (Winter) Gemüsen. Mithin ist die Sommersoljanka nicht so sauer wie die im Winter. Nebenbei: Die Verwendung von Wurst scheint der (ost-)deutsche Einfluss auf die Suppe gewesen zu sein. Die russische Landbevölkerung nahm wohl doch eher Fleisch (oder Fisch) und Speck ...