Das Wochenend-Rezept:

„Schmelzflocken“ hat schon Oma gebacken

„Feste feiern“ heißt das neue Magazin mit Leser-Rezepten, das in wenigen Tagen erscheint. Wer sind die Leser, die dafür ihre Küchengeheimnisse verraten? Zu ihnen gehört Silvia Tammert aus Leopoldshagen.

Die Schmelzflocken lassen sich mit Puderzucker und Scholoade überziehen.
Rita Hidde Die Schmelzflocken lassen sich mit Puderzucker und Scholoade überziehen.

Der verführerische Duft von frisch gebackenen Plätzchen hat Fred Tammert in die Küche gelockt. Und noch bevor der Kaffee auf dem Tisch steht, greift er zweimal in die Plätzchenschale. Zu verlockend sind die „Zarten Schmelzflocken“, die seine Frau Silvia gebacken hat. Aber die kennt das schon. „Die Plätzchen halten nicht lange, sind immer schnell alle“, sagt sie. Die Frau aus Leopoldshagen bei Ueckermünde ahnt, dass sie die „Schmelzflocken“ vor Weihnachten noch einmal backen wird. Ein wenig früh hat sie das Gebäck diesmal ohnehin vorbereitet. Normalerweise starte sie die Weihnachtsbäckerei erst zum ersten Advent, erzählt sie. Die Schmelzflocken schmecken aber eigentlich immer, nicht nur in der Weihnachtszeit.

Diese Plätzchen kennt Silvia Tammert seit 45 Jahren. Sie habe die „Schmelzflocken“ schon bei ihrer Oma gern gegessen und das Rezept dann von ihr übernommen, erzählt die lebenstüchtige Frau. Von der Großmutter, die viel und gern gebacken und gekocht hat und auch oft eine große Familienrunde bewirtete, habe sie überhaupt viel gelernt. Die Großeltern waren wichtige Bezugspersonen für Silvia Tammert, nachdem ihre Mutter mit nur 47 Jahren gestorben war. Silvia Tammert war zu der Zeit erst 17 Jahre alt. Die Eltern hatten sich getrennt. So blieb die Tochter allein zurück, die beiden älteren Schwestern waren bereits aus dem Haus und lebten weit entfernt.

Damals habe sie auch angefangen zu kochen und zu backen, erinnert sich die heute 54-Jährige. „Was blieb mir übrig, wenn ich nicht hungern wollte“, sagt sie mit einem Lächeln. Das wurde noch wichtiger, als sie kurze Zeit später ihre erste Tochter bekam. Klar ging auch mal etwas schief, gibt sie unumwunden zu. Ihr erster Kuchen zum Beispiel, ein Apfelkuchen, wie sie noch genau weiß, landete im Müll, weil er einfach nicht gelungen war.

Inzwischen lassen weder ihr Ehemann noch die beiden Töchter etwas auf ihre Koch- und Backkünste kommen. Die Töchter haben mittlerweile selbst Familie. Doch wenn sie sich zum Besuch ansagen, werden gleich Essens-Wünsche angemeldet. „Sehr gern mögen sie den Mandarinenkuchen, zum Mittag am liebsten Rouladen und Buletten“, weiß Silvia Tammert. Die Buletten auf jeden Fall so, wie sie die Oma zubereitete, die das Hackfleisch mit einem Schuss Kaffeesahne verfeinerte.

Rezepte gern mal mit Kollegen ausgetauscht

Silvia Tammert selbst isst am liebsten Eintopf, zum Beispiel Brühnudeln oder Bohnen-Eintopf. Mit vielen ihrer Rezepte hat sie sich schon an Koch- und Back-Magazinen aus dem Kurierverlag beteiligt. Und nicht nur sie, auch ihre Töchter haben bereits Zubereitungsideen dafür eingeschickt.

Woher Silvia Tammert all die Rezepte kennt? Einerseits natürlich von der Großmutter. Aber auch von früheren Kollegen in der Kinderkrippe, in der sie als Erzieherin arbeitete, habe sie viele Anregungen bekommen. „Da wurden gern Rezepte ausgetauscht“, erinnert sich Silvia Tammert. In Kochbüchern oder im Internet habe sie ebenfalls manches Rezept entdeckt und dann ausprobiert. Und während sie erzählt, rollt sie die Kugeln für das nächste Blech mit Schmelzflocken. „Den Teig darf man nicht rühren“, erklärt sie. Nur die Butter wird am Anfang schaumig geschlagen, dann sollte man alle Zutaten mit den Händen verkneten, so als würde man Streusel zubereiten.

Diesmal hat sie beim Backen Hilfe bekommen. Eine gute Bekannte aus Neustrelitz ist zu Gast. Die Schmelzflocken sind für sie nicht neu. „Wir kannten das Rezept unabhängig voneinander“, erzählt Silvia Tammert und staunt noch heute darüber.

Ihre Erfahrung: Die Plätzchen kann man durchaus variieren, zum Beispiel indem man dem Teig Kakao oder Kokosraspeln zusetzt. Silvia Tammert probiert es diesmal mit gemahlenen Nüssen für einen Teil des Teigs. Der Geschmacksunterschied ist erstaunlich, wie sich leicht feststellen lässt. Und noch einen Tipp hat die erfahrene Hausfrau: Unbedingt auf die Backzeit achten. Wenn die Plätzchen zu lange in der Röhre bleiben, werden sie schnell dunkel und kross und sind nicht so zart, wie es ihr Name besagt.

Zarte Schmelzflocken

Zutaten für etwa 40 Stück

  • 125 g Butter
  • 70 g Puderzucker
  • 60 g Mehl
  • 125 g Speisestärke
  • 1 Prise Salz
  • 1 Päckchen Vanillezucker

Zubereitung

Die Butter schaumig rühren. Puderzucker bis auf zwei Esslöffel sieben. Dann mit Mehl, Stärke, Salz und Zucker mischen, alles mit dem Fett verkneten. Den Teig etwa 45 Minuten kalt stellen. Aus dem Teig kirschgroße Kugeln formen und mit genügend Abstand auf zwei mit Backpapier ausgelegte Backbleche setzen. Mit der Gabel etwas flachdrücken. Die Plätzchen im vorgeheizten Backofen bei 175 Grad Celsuis 12 bis 15 Minuten backen. Sofort vom Blech nehmen und auf einem Rost auskühlen lassen. Dann mit dem restlichen Puderzucker bestäuben.

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