Kapseln und Einwegbecher:

Umweltsünde Kaffee

Kaffee kann ein Genuss sein - doch aus Kapseln zubereitet oder im Einwegbecher getrunken, belastet er die Umwelt. Und die Zahlen sind erschreckend.  

Hersteller von Kaffeeautomaten und Kapseln erzielen zweistellige Zuwachsraten.
David Ebener Hersteller von Kaffeeautomaten und Kapseln erzielen zweistellige Zuwachsraten.

162 Liter oder 650 Tassen Kaffee trinken die Deutschen im Schnitt pro Jahr. Doch der Genuss der gerösteten Bohnen aus Kapseln oder Einwegbechern gilt als Umweltsünde. Dadurch entstehen Tonnen von Müll. Und nur ein kleiner Teil wird de facto recycelt. Umweltschützer warnen seit Langem vor den Folgen, doch die deutschen Kaffeetrinker stört das wenig: Der Marktanteil von Kapseln wächst beständig.

2008 wurden in Deutschland etwa 800 Tonnen Kaffeekapseln verkauft. 2014 waren es nach Angaben des Kaffeeverbandes dann schon 17 750 Tonnen und im vergangenen Jahr 20 600 Tonnen. 2015 hatten Kapseln einen Marktanteil von 5,5 Prozent – ein Plus von 16 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Hälfte des Gewichtes ist Verpackung

„Nahezu jeder große Kaffeeanbieter macht inzwischen auch in Kapseln“, sagt Thomas Fischer von der Deutschen Umwelthilfe. Neben den bekannten Herstellern wie Nespresso und Nestlé bieten auch Discounter wie Aldi und Lidl eigene Kapseln an. Der Verbrauch werde wohl steigen: „Kapseln sind eine Lizenz zum Gelddrucken.“ Daher werben die Unternehmen massiv und versuchen, ihnen ein positives Image zu verschaffen.

Dabei bestehe eine durchschnittliche Kapsel aus zwei bis drei Gramm Verpackung und sechs bis sieben Gramm Kaffee, sagt Fischer. „Das bedeutet, die Hälfte des Produktgewichtes ist Verpackung. Das ist ein unglaublich schlechtes Verhältnis.“ Zum Vergleich: Bei einer 500-Gramm-Packung Kaffee mache die Verpackung rund 15 Gramm aus.

Jährlich werden 2,8 Milliarden Einweg-Kaffeebecher verbraucht - allein in Deutschland

Nach Rechnungen der Stiftung Warentest wären 500 Müllwagen nötig, um den etwa 5000 Tonnen schweren Kapsel-Müll aus dem Jahr 2014 abzutransportieren. Auch beim Kaffee für unterwegs ist die Bilanz ernüchternd: Der Kaffeeverband geht davon aus, dass jeder Deutsche im Schnitt 5,8 Liter Kaffee „to go“ pro Jahr trinkt. Laut der Umwelthilfe werden so jährlich bundesweit 2,8 Milliarden Einweg-Kaffeebecher verbraucht. Also: Jede Stunde werfen die Deutschen durchschnittlich 320 000 Becher weg.

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