Playboy feiert:

60 Jahre und immer noch so sexy

Morgenrock aus Samt, links ein Cocktail, rechts eine Blondine – waren die Sechziger wirklich so? Der „Playboy“ schon. Er schuf damit seine eigene Legende.

Hugh Hefner mit Crystal Harris, seiner dritten Ehefrau.
Daniel Deme Hugh Hefner mit Crystal Harris, seiner dritten Ehefrau.

Auf dem Titel der Jubiläumsausgabe ist Kate Moss im Hasenkostüm, ein paar Seiten dahinter Autowerbung für Cabrios – „Oben ohne“ – und Kleinstwagen – „für Körbchengröße A“. Der „Playboy“ besteht auch weiter aus jeder Menge Anzüglichkeiten, bunten Bildern von ganzen Kerlen und jungen Frauen und natürlich den Interviews. Die dienen seit mehr als einem halben Jahrhundert als Ausrede, das Heft mit den Hochglanzbildern zu kaufen. Im Internetzeitalter dümpelt er zwar dahin, aber jetzt wird erst mal gefeiert: Der „Playboy“ ist 60.

60 Jahre, das ist auch der Altersunterschied zwischen Heftgründer Hugh Hefner und seiner dritten Ehefrau. Der 87-Jährige hat die Gesellschaft kräftig umgekrempelt und gehört zu den erfolgreichsten, umstrittensten und auf jeden Fall skurrilsten Journalisten des 20. Jahrhunderts. Sein Leben könnte dem eigenen Magazin entsprungen sein.

Hugh Hefner sieht sich selbst als Ästhet

Hefner war schon immer ein Mann, der die Frauen lieber begreift als versteht. Aber er sah sich immer als Ästhet: Eine nackte Frau sei doch etwas Natürliches und Schönes, na und? Als sein Arbeitgeber, das Herrenmagazin „Esquire“, fünf Dollar Lohnerhöhung nicht herausrücken wollte, machte sich Hefner selbstständig. Er verschuldete sich komplett, belieh seinen Hausrat und pumpte sogar seine Mutter an, aber im Dezember 1953 lag die erste Ausgabe des „Playboy“ am Kiosk.

Und wer zog sich bis heute nicht alles für den „Playboy“ aus: Jayne Mansfield, Ursula Andress, Kim Basinger, LaToya Jackson, Nancy Sinatra, Farrah Fawcett, Katarina Witt und sogar Zeichentrickmutter Marge Simpson. Auch wenn Nobelpreisträger, Präsidenten und Schriftsteller Interviews gaben, berühmt ist der „Playboy“ wegen der Fotos.

Schlagbohrmaschine gewinnt gegen Magazin

So ganz zeitgemäß ist das nicht mehr. Das Internet liefert nacktes Fleisch schneller, billiger und dezenter. Hefner verkaufte für sein Lebenswerk sein Anwesen, Tochter Christie rackert sich als Herausgeberin ab – aber das Flaggschiff hat Schlagseite. Seit fünf Jahren gibt es nur noch elf Ausgaben im Jahr.

Die Verkäufe brechen weiter ein, obwohl gerade Jahresabonnements für acht Dollar verschleudert wurden. Und dann wird in einer Umfrage auch noch festgestellt, dass deutsche Männer durch eine neue Schlagbohrmaschine mehr erregt werden als durch die neueste „Playboy“-Ausgabe.

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