Letzte Folge mit Saalfeld und Keppler:

Abschied vom Leipziger „Tatort“

Nach 21 Folgen ist Schluss. Das Leipziger Team nimmt Abschied. Künftig wird der Sachsen-Krimi in einer anderen Stadt gedreht.

Eva Saalfeld (Simone Thomalla) und Andreas Keppler (Martin Wuttke) diskutieren im letzten Leipziger „Tatort“.
MDR/Saxonia Media/Junghans Eva Saalfeld (Simone Thomalla) und Andreas Keppler (Martin Wuttke) diskutieren im letzten Leipziger „Tatort“.

„Was ist der Sinn des Lebens“, fragt sich der Hauptkommissar und starrt in seinen leeren Kühlschrank. Und die Küche ist auch noch überschwemmt. Doch was ist geistiger Tiefgang gegen die bohrende Frage: Wo ist Magdalena? Die Leipziger Ermittler Eva Saalfeld (Simone Thomalla) und Andreas Keppler (Martin Wuttke) bekommen es in der ARD-Krimireihe „Tatort“ mit einer bizarren Entführung zu tun. „Niedere Instinkte“, heißt die Episode, die am Sonntag um 20.15 Uhr im Ersten gezeigt wird.

Für Thomalla (50) und Wuttke (53) ist dies der 21. und letzte Fall. Das Paar wurde vom zuständigen Mitteldeutschen Rundfunk abgelöst. Der nächste sächsische „Tatort“ mit den Schauspielern Karin Hanczewski, Alwara Höfels und Jella Haase sowie Martin Brambach kommt aus Dresden. Thomalla bedauert das Ende ihrer Karriere als Film-Kriminalistin. „Ich hätte gerne weitergemacht“, sagte die Schauspielerin kürzlich der Programmzeitschrift „Auf einen Blick“. „Leipzig und das ganze Team sind mir sehr ans Herz gewachsen.“ Thomalla will nach sieben Jahren „Tatort“ jetzt mehr Zeit mit ihrem Lebensgefährten, Handball-Star Silvio Heinevetter (30), verbringen.

In ihrem letzten Fall beschäftigt die verschwundene achtjährige Magdalena Harries (Martha Keils) die Leipziger Hauptkommissare. Die Eltern hatten es noch gar nicht bemerkt. Zuletzt gesehen hatten Judith (Picco von Groote) und Mattias Harries (Alexander Scheer) ihre Magdalena am Sonntag, als sie losging, ihr Beet im Schulgarten zu gießen. Danach waren sie arbeiten, gingen davon aus, dass Magdalena selbstständig ins Bett und morgens in die Schule gegangen ist, wie die Mutter zur Kommissarin Saalfeld sagt. Doch vom Schulgarten kam das Kind nicht mehr zurück. Sie verschwand in einem verwahrlosten Fußgänger-Tunnel, der zu ihrem täglichen Schulweg gehört.

Langweilig ist dieser "Tatort" nicht

Für Keppler und Saalfeld beginnen aufreibende Ermittlungen. Sie wissen, dass es für Magdalena jede Minute zu spät sein kann. Anders als die Polizisten weiß der Zuschauer von Anfang an Bescheid: Wer das Mädchen entführt hat und wo es sich befindet. Und, dass alles von langer Hand vorbereitet worden sein muss. Sonst gäbe es keinen wohl verborgenen Geheimraum im Keller.

Spannung erhält der Krimi über die Zuspitzung des Geschehens. Etwa als die Frau des Entführers einen Fehler macht und Magdalena das Haus zeigt, die Kleine das sonst hinter einer Latex-Maske verborgene Gesicht ihres Entführers sieht. Beide wissen – nun können sie Magdalena nicht mehr gehen lassen. „Du rührst das Kind nicht an“, schreit die Ehefrau den Entführer an.

Nein, langweilig ist dieser „Tatort“ nicht. Doch mitunter scheint er etwas überfrachtet. Die Glaubensgemeinschaft, der Familie Harries angehört, erscheint außerordentlich mystisch und geheimnisvoll. Vater Harries selbst ist gehörlos und kann sich nicht recht artikulieren. Schließlich muss Keppler ihn vom Dach eines Hauses retten, als er sich gerade mit Benzin übergießt. „Für einen Moment warst Du der Messias“, sagt Saalfeld zu Keppler.

„Tatort: Niedere Instinkte“ läuft am Sonntag um 20.15 Uhr im Ersten.