Neu im Kino:

Alles ist Liebe

„Alles ist Liebe“ ist mal heiter-besinnlich, mal ziemlich tragisch und zuweilen auch schrill. Jeder Zuschauer wird sich mit anderen Protagonisten identifizieren können.

Kerem (Fahri Yardim) auf dem Weihnachtsmarkt.
Anne Wilk / Henning Ferber Filmproduktion / Universal Kerem (Fahri Yardim) auf dem Weihnachtsmarkt.

Die Ehe von Clara (Heike Makatsch) und Hannes (Wotan Wilke Möhring) steht kurz vor dem Fest vor ihrer größten Bewährungsprobe. Hannes ist ausgerechnet den Reizen der Lehrerin seines Sohnes erlegen. Ein Ausrutscher, der alles in Frage stellt. Als Kiki (Nora Tschirner) ihre zum Weltstar avancierte Jugendliebe Jan (Tom Beck) wiedertrifft, steckt sie gerade in einem wenig vorteilhaften Kostüm. Aber Jan weiß sehr gut, was es bedeutet, das wahre Ich zu verbergen.

Viktor (Christian Ulmen) und Klaus (Friedrich Mücke) wollen ihre Beziehung auf die nächste Ebene heben, aber dann bekommt jemand kalte Füße. Simone (Katharina Schüttler) weiß noch nicht, dass diese Feiertage wahrscheinlich die letzten sind, die sie und die Kinder unter diesem Dach begehen werden. Ihr Mann Kerem (Fahri Yardim) hat ihr noch nichts von seiner Kündigung und den Schulden erzählt. Währenddessen inszeniert die große Stadt ein pompöses Weihnachtsspektakel. Allerdings wird zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt die Stelle des Weihnachtsmannes vakant. Ein älterer Herr, den seine Lebensreise eben erst hier angeschwemmt hat, wird kurzerhand zum Einspringen verdonnert. Dabei trägt Martin (Elmar Wepper) eigentlich schon ganz andere Sorgen auf seinen Schultern…     

Seitenhiebe auf zynische und quotengeile Fernsehmacher

„Friendship!“-Regisseur Markus Goller hat alles zusammengetrommelt, was auf deutschen Leinwänden Rang und Namen hat und stürzt sich mitten hinein in den turbulenten Konsumrausch. Und hier liegt auch die Krux der Geschichte. Es ist aller Ehren wert, wenn man den vom Kalender diktierten Kaufzwang auf die Schippe nimmt. Auch die Seitenhiebe auf zynische und quotengeile Fernsehmacher sind an sich sehr mutig. Diese Episoden verhindern aber auch das Aufkommen dessen, was Weihnachtsromantiker wohl als „Magie“ beschreiben würden.  Das große, ganze Bild fügt sich nur bedingt zusammen. Zur emotionalen Vorbereitung auf das Fest und zum Durchatmen im Kaufrausch eignet sich der Streifen dennoch. Vielleicht ein Zeichen der Zeit: Zur Weihnacht wird anno 2014 unter einheimischen Dächern auch sehr viel geweint.

Wertung:
Anspruch: 1
Spannung: 2
Action: 3
Humor: 2
Erotik: 0

Verleih: Universal      
Bundesstart: 04. Dezember 2014    
Genre: Tragikomödie

Mehr Infos unter: http://alles-ist-liebe.tumblr.com/page/2

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