Theater-Spektakel:

Die dicke Tussi von "Peene brennt"

Bereits mit dreizehn Jahren wusste Paola Brandenburg, dass die Bühnenbretter ihre Welt bedeuten. Nun gibt sie bei „Die Peene brennt“ in Anklam sowohl dicke Tussi als auch taffe Kriegerbraut.

Paola Brandenburg spielt die Pfarrerstochter Gabriele Karoline Schwätzig.
Anja Rau Paola Brandenburg spielt die Pfarrerstochter Gabriele Karoline Schwätzig.

Diesen entschlossenen und unnachgiebigen Blick beherrscht Paola Brandenburg perfekt. Ihre Größe sowie ihre sportliche Figur passen ebenfalls. Würde die 29-Jährige nicht gemütlich in knielanger Sporthose und blauem T-Shirt im Sessel sitzen, könnte sie direkt auf die Bühne springen. Was fehlt ist der hautenge Kampfanzug im Stile von Lara Croft.

Gesang im Fett-Anzug

In diese Paraderolle der Angelina Jolie schlüpft die gebürtige Greifswalderin beim Anklamer Theater-Spektakel „Peene brennt“. Für das gleiche Stück wird sie aber auch in einen Fatsuit steigen und eine nervige Tussi spielen. Denn die dicke Pfarrerstochter Gabriele Karoline Schwätzig entpuppt sich im Laufe des Spektakels als Agentin, die den asylsuchenden Geheimdienstmitarbeiter Schneetod beschützen muss.

„Der Spaß ist groß. Er hält sich bei beiden Rollen die Waage, weil sie so verschieden sind“, sagt die junge Frau. Cooler ist aber die Kriegerbraut, auch, weil sie eher ihrem eigenen Typ entspricht. „Da kann ich mich ausbaden, fühle mich pudelwohl.“ Es ist die perfekte Rolle für ihre Rückkehr nach Vorpommern. Schon als Jugendliche stand Brandenburg bei den Vineta-Festspielen auf der Bühne, ihre Statisten-Rollen bekamen mit den Jahren immer mehr Gewicht. Naheliegend also, dass sie nach dem Abitur im Jahr 2005 ihre Ausbildung an der Akademie in Zinnowitz begann. Nach deren Abschluss lockte die Großstadt: „Berlin brauchte ich nach der Provinz einfach. Das andere Leben und neuer Input bereichern auch für das Schauspielern.“

Vertretung für Kollegin

Als in diesem Jahr eine Kollegin die Vorpommersche Landesbühne verließ, war der Plan geboren, diese zunächst für ein Jahr zu vertreten. Nicht zuletzt, weil die 29-Jährige ein absolutes Meereskind ist und die Küste vermisst hat. "Ich bin doch quasi im Meer geboren." Und so sucht sie derzeit wieder einmal eine Wohnung in Zinnowitz.

Währenddessen laufen die Proben für "Peene brennt" auf Hochtouren. 51 Laiendarsteller wirken mit, die Stadt spielt auch für sich selbst. "Es ist super, mit den Amateuren zu spielen. Die sind total offen für Tipps." Für Brandenburg eine neue Erfahrung, denn sie wirkt erstmals bei dem Anklamer Theater-Spektakel mit. "Hier kann ich mich nicht auf die klassische Schauspielkunst berufen. Es geht mehr darum, Witz und Spaß zu haben", sagt sie. Die richtige Einstellung für Open Air-Theater Anfang September bringt sie ebenfalls mit: "Das Wetter ist egal. Da habe ich keine Scheu, gehe über Leichen."

Zu sehen ist "Die Peene brennt 2013" mit Feuerschlacht vom 7. bis zum 14. September jeweils um 19.30 Uhr im Anklamer Hafen. Für alle Vorstellungen gibt es noch Karten unter Telefon: 03971/208925.

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