Neu im Kino:

Doktor Proktors Pupspulver

Für Krimileser ist Jo Nesbø ein Name, der Ehrfurcht gebietet. Aber das norwegische Multitalent kann nicht nur düstere Krimis über trinkfreudige Kommissare schreiben. Nesbøs Fantasie entsprang auch der mächtig durchgeknallte Doktor Proktor, der Held wunderbarer Kindergeschichten. Höchste Zeit, auch das Kinopublikum zu verarzten!

Michael Reichel Die Schauspieler Kristoffer Joner (Doktor Proktor, l), Emily Glaister (Lise, M.) und Eilif H. Noraker (Bulle) besprechen sich am Filmset der deutsch-norwegischen Koproduktion "Doktor Proktors Pupspulver".

Das nordische Zopfmädchen Lise (Emily Glaister) ist anders als die Anderen. Da trifft es sich gut, dass ihr eines Tages ein samsähnlicher Junge namens Bulle (Eilif H. Noraker) über den Weg läuft, mit dem sie gemeinsam anders sein kann. Der kleine Heimatort der Kinder kann gleich mit zwei Erfindern aufwarten. Der auf eine liebenswerte Art äußerst merkwürdige Doktor Proktor (Kristoffer Joner) hat noch nicht wirklich viel geleistet. Immerhin hat er eine Substanz entwickelt, die Menschen grün leuchten lässt. Außerdem entsprang seinem Geist ein Pupspulver, das genau jenen Effekt zeitigt, den sein Name dezent andeutet. Wenigstens erfolgt der Druckausgleich geruchlos. Herr Thrane (Atle Antonsen) ist ein äußerst zwielichtiger Zeitgenosse, dessen Erfindungen sich im Wesentlichen auf neue Panzerungen beschränken, die er mit Vorliebe an seinen geistig umnachteten Zwillingssöhnen ausprobiert. Thrane überwacht Doktor Proktors Haushalt, dass es der NSA ein Wohlgefallen wäre, um sich, nun ja, inspirieren zu lassen. Tatsächlich tut sich was beim Doc, der sich gerade mit Lise und Bulle angefreundet hat. Es ist dem Wissenschaftler gelungen, den Wirkungsgrad seines Pupspulvers exponentiell zu erhöhen. Ein Darmwind erzeugt nun die Energie eines Strahltriebwerkes…   

Dieser herrlich freche Familienfilm ist liebevoll und detailverliebt im bunten Retrolook ausgestattet und strotzt nur so von schrägen Ideen. Der Ausruf: „Furz, um Gottes Willen, furz!“ dürfte schon heute zu den bemerkenswertesten Filmzitaten des Jahres zählen. Was soll auch sonst dabei herauskommen, wenn ein Regisseur namens Arild Fröhlich das Zepter schwingt? Gedreht wurde in Norwegen und im Kindermedienzentrum von Erfurt, Anke Engelke sicherte sich eine bemerkenswerte Rolle im nordischen Ensemble. Die Filmemacher sind von ihrem Produkt zu Recht sehr überzeugt. Während der erste Teil gerade erst anläuft, ist man schon mitten drin im Dreh der Fortsetzung. Die Rechnung dürfte aufgehen. Wer in den Genuss des „Pupspulvers“ gekommen ist, wird sich mit Sicherheit auch auf „Doktor Proktors Zeitbadewanne“ freuen.

Wertung:

Anspruch: 1
Spannung: 3
Action: 4
Humor: 3
Erotik: 0

Verleih: Senator
Bundesstart: 15. Januar 2015
Genre: Kinderfilm

Mehr Infos unter: www.doktor-proktor.de

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