Neu im Kino:

Altman

Der US-amerikanische Regisseur Robert Altman (1925 – 2006) zählt zu den Großen seiner Zunft. Von den über 80 Filmen, die der Meister im Laufe seines Lebens inszenierte, haben nicht wenige Geschichte geschrieben. Nun setzt eine kanadische Dokumentation dem innovativen Filmemacher ein würdiges Denkmal.

Der US-amerikanische Regisseur Robert Altman im Jahr 2006.
Miguel Villagran Der US-amerikanische Regisseur Robert Altman im Jahr 2006. Altman drehte mehr als 30 Filme.

Was bedeutet für Sie „Altmanesk“? Auf diese Frage, die man Altmans Weggefährten wie James Caan, Keith Carradine oder Elliott Gould stellt, hat jeder eine andere Antwort. Eine Übereinstimmung aber kristallisiert sich schnell heraus. Robert Altman gab sich nie mit den Gegebenheiten zufrieden. Im Bemühen, seine Geschichten so authentisch wie möglich zu erzählen, dehnte der Regisseur die Grenzen des Mediums immer weiter aus.

Zu Beginn seiner Karriere war Altman deshalb seiner Zeit häufig voraus und stieß bei den Studiobossen auf Ablehnung. Wie konnte man es nur wagen, Charaktere gleichzeitig aufeinander einreden zu lassen? Wie konnte man ein Kriegstrauma nur so authentisch inszenieren? Die langweiligen Kameraeinstellungen und die beschränkten Möglichkeiten der Tonaufnahme seiner Zeit revolutionierte der Regisseur durch stetige technische Innovationen.

Robert Altman erzählt selbst aus seinem Leben

Diese wunderbare Dokumentation lässt Robert Altman über weite Strecken selbst aus seinem Leben und seiner Karriere plaudern, es kommen aber auch zahlreiche Künstler und Familienmitglieder zu Wort. Filmausschnitte, Premierenberichte und Homemovies wechseln einander ab und zeichnen das Bild eines Weges, der selten eben war. Die Cannes-Siege mit der Kriegskomödie „M*A*S*H“ und der Hollywood-Satire „The Player“ finden dabei genauso Erwähnung wie der grandiose Flop „Popeye“. Schaffenskrisen und gesundheitliche Probleme – Altman erlebte seine letzten Jahre mit einem Spenderherz – wechseln sich mit Zeiten des Triumphs ab.

Bei der Verleihung des Oscars für sein Lebenswerk dankte Altman besonders seiner Frau, die ihn durch die Höhen und Tiefen begleitete. Und wenig später segnete er das Zeitliche. Werke wie „Short Cuts“ oder „Nashville“ haben ihn unsterblich gemacht. Eine ebenso informative wie unterhaltsame Zeitreise für Filmfreunde.

Wertung:
Anspruch: 3
Spannung: 3
Action: 1
Humor: 1
Erotik: 0

Verleih: NFP / Filmwelt   
Bundesstart: 19. Februar 2015    
Genre: Dokumentation

Mehr Infos unter: www.altman-derfilm.de

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