Kino-Kritiken:

Amüsantes Abenteuer "Zoomania": Plädoyer für Mut und gegen Vorurteile

Der Fuchs? Ist hinterhältig. Der Hase? Verschreckt. Der Film "Zoomania" ermutigt, diese Vorurteile zu hinterfragen - auf sehr lustige Art und Weise.

Fuchs Nick Wilde unbd Häsin Judy Hopps in einer Szene des Films "Zoomania".
Walt Disney Studios/dpa Fuchs Nick Wilde unbd Häsin Judy Hopps in einer Szene des Films "Zoomania".

Tiere haben in Disney-Filmen eine lange Tradition. Micky Maus, Bambi oder der König der Löwen sind feste Bestandteile des US-amerikanischen Zeichentrick-Universums. Nun wird diese Welt bereichert mit den Charakteren des Kinofilms „Zoomania“.

Tiere aus aller Welt haben diese Stadt erschaffen. Wüste, Antarktis, Steppe und Regenwald existieren direkt nebeneinander. In dieser Riesen-Metropole geht die Häsin Judy Hopps als junge Polizistin zum ersten Mal auf Verbrecherjagd. Unter dem Spott ihrer männlichen Kollegen ermittelt die freche, mutige Hasendame in einem Entführungsfall, widerstrebend unterstützt von dem zwielichtigen Fuchs Nick Wilde. Byron Howard und Rich Moore haben ein spannendes, fantasievolles Kinovergnügen in 3D geschaffen.

Botschaft kommt ohne Umschweife auf den Punkt

Dabei vermittelt der Film - typisch für Disney - ein paar wichtige Botschaften: Kleine und Schwache können sich auch gegen die stärksten Gegner durchsetzen, mit Hartnäckigkeit und Verstand. Und Vorurteile und Diskriminierung machen allen das Leben schwer. Dass es besser ist, allen Wesen unvoreingenommen zu begegnen, macht der Film unmissverständlich klar. Gerade in einer Zeit, in der Rassismus und Misstrauen gegenüber dem Fremden und Unbekannten neu aufflackern, tut die Botschaft des Films gut - gerade weil sie ohne große Umschweife auf den Punkt kommt.

Zwar spielt „Zoomania“ mit gängigen Klischees und bestätigt sie sogar, stellt sie aber gleichzeitig in Frage. Füchse sind eben nicht von vorneherein blutrünstige Raubtiere, und Hasen müssen nicht ewig in der Opferrolle verharren.

Und noch eine Erkenntnis bietet der Film: Der Lack der Zivilisation ist dünn. Er kann jederzeit aufbrechen und die darunter liegenden Grausamkeiten zutage treten lassen - etwa, wenn sich die vermeintlich harmlosen Pflanzenfresser zusammenrotten, um die Raubtiere zu vernichten. Allerdings bestätigen viele Fleischfresser diese Vorurteile, scheint doch eine merkwürdige Krankheit umzugehen, die viele von ihnen urplötzlich in rasende Bestien verwandelt. Häsin Judy Hopps ist misstrauisch, ob das mit rechten Dingen zugeht.

Filmemacher studierten das Verhalten der Tiere in Afrika

18 Monate recherchierten die Filmemacher, studierten das Verhalten der Tiere, reisten nach Afrika, trafen Anthropologen und Soziologen. „Dabei fanden wir heraus, dass der Großteil - nämlich 90 Prozent - Beutetiere sind“, erklärt Howard. „Wir waren immer davon ausgegangen, dass die Raubtiere das Königreich der Tiere regieren, dabei sind sie in der Minderheit.“

Aber natürlich ist „Zoomania“ keine Lehrstunde mit erhobenem Zeigefinger. Das Team hat drumherum eine lustige Geschichte in einer fantasievollen Welt gesponnen, mit vielen netten Kleinigkeiten. So ist der Film auch ein Spiegelbild der Menschenwelt, das eigene Schwächen gnadenlos offenbart und gerade deshalb großes Vergnügen bereitet.

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