Theater in der Region:

Bauernschlauer Igel bringt Jung und Alt zum Lachen

Was braucht man für eine witzige Premiere von „Hase und Igel“ im Schauspielhaus Neubrandenburg. Das Landestheater Vorpommern weiß es: ein zankendes Ehepaar, einen hochmütigen Hasen und einen sensationslüsternen Raben.

Vor einer liebevoll gestalteten Kulisse begeisterte das Ensemble sein Publikum.
Leonie Mielke Vor einer liebevoll gestalteten Kulisse begeisterte das Ensemble sein Publikum.

„Du lichtscheues Stacheltier! Borstiger Tagesdieb und verschlafener Mäuseschreck!“ Im Haus von Frau und Herr Igel wird oft gezankt. Vor allem, wenn der Gatte lieber noch eine Mütze Schlaf nimmt, anstatt sich um Haus und Hof zu kümmern. So zeigte das Anklamer Theater im Schauspielhaus Neubrandenburg am Samstag bei der Premiere der Fabel „Hase und Igel“ das Ehepaar Igel.

Doch sobald ein Dritter – in diesem Fall der Hase – auf der Bildfläche erscheint, raufen sich die Stacheltierchen zusammen. Der elegant gekleidete, französisch radebrechende Mussjö Hase ist davon überzeugt, etwas Besonderes zu sein. Und so scheut er sich nicht, die Igel wegen ihrer krummen Beine zu verspotten. Unterstützt wird der Hase dabei von dem flatterhaften, auf hohen Schuhen stolzierenden und sensationslüsternen Raben.

Kinder sind begeistert

Als Mussjö Hase sich auch noch den Rübenacker des Paares unter den Nagel reißen will, kommt es zum Wettlauf. Der Hase, fabelhaft arrogant gespielt von Johannes Langer, ist zu hochmütig, um zu ahnen, dass der Igel mit allen Wassern gewaschen ist. Er lässt sich Zeit beim Laufen und legt noch ein Päuschen in den Publikumsreihen ein. Wird aber von einem pfiffigen Jungen ermahnt, nicht zu trödeln. Trotzdem verliert der Hase.

Warum Wolfgang Bordel sich entschieden hat, diese Fabel zu inszenieren? „Das Sprichwort ’Ehrlich währt am längsten‘ ist ein schöner Traum“, erklärt er, „manchmal muss man auch ein bisschen klug und listig sein.“ Diese Bauernschläue des Igels kommt auch beim Publikum gut an, vor allem bei den Kleinen. „Ich fand es am lustigsten, wie der Igel den Hasen ausgetrickst hat“, meint der siebenjährige Luka. Derselben Meinung ist auch die achtjährige Paula, die aber auch den Raben, gespielt von Lotta Hackbeil, in ihr Herz geschlossen hat.

Weitere Vorstellungen in der Vorweihnachtszeit

Lotta Hackbeil hat die Kinder nicht nur mit der Darstellung des schönen, aber charakterlosen Raben überzeugt, sondern auch mit ihrem Gesang – selbst komponierte deutsche Texte zu Chansons. Der 35-jährigen Jannett Krüger aus Zettemin fallen zu dem Vier-Personen-Stück fünf Wörter ein: „Super! Absolut kindgerecht! Tolles Bühnenbild!“ Die Kulisse ist ausgesprochen liebevoll – Schäfchenwolken und ein Apfel als Igelhaus zeigen die Welt des Igel-Ehepaars. Spielerisch und mit Humor überzeugen alle Darsteller: sei es Laura Jerke als streitbare Igelfrau oder Jonas Volkmann als gar nicht so verschlafener Igelmann. Nur über die Qualität des Gesangs lässt sich streiten.

 

Weitere Aufführungen: 9. und 21.12. um 15 Uhr im Schauspielhaus Neubrandenburg. 7.12. um 15 Uhr in der Blechbüchse Zinnowitz, 14.12. um 15 Uhr im Theater Anklam.

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