Festspielkonzert begeistert Besucher:

Beethoven und Marimbas erklingen in der Druckerei

Premiere für die Festspiele Mecklenburg-Vorpommern: In der Reihe "Unerhörte Orte" gastierte das renommierte Festival erstmals in einer Halle des Nordkurier, wo normalerweise Zeitungen produziert werden. Das Konzert bot dann auch einige Überraschungen.

Sortierhalle statt Konzerthalle: Die sechs Studenten der Musikhochschulen Rostock und Lübeck erhielten begeisternden Applaus und kamen natürlich nicht ohne Zugabe von der ungewöhnlichen Bühne.
Wilhelm Sortierhalle statt Konzerthalle: Die sechs Studenten der Musikhochschulen Rostock und Lübeck erhielten begeisternden Applaus und kamen natürlich nicht ohne Zugabe von der ungewöhnlichen Bühne.

"Große Fuge! Großes Konzert! Großer Abend!" Die drei Sätze notierte Martin Heckmann in seinen Notizblock während des Festspielkonzertes am Samstagabend. Der Schauspieler hatte sich einen ungewöhnlichen Ort ausgesucht. Er saß auf einer Bühne in der Versandhalle der Druckerei des Nordkurier in Neubrandenburg. Heckmann spielte einen Kritiker, der nicht nur berühmte Verrisse aus 200 Jahren Konzertgeschichte zum Besten gab, sondern mit seinem Lob auch gleich noch den Auftritt der beiden Zwillinge am Piano, Susan und Sarah Wang, bewertete, die in beeindruckender Perfektion und Spielfreude eben Beethovens "Große Fuge für Klavier zu vier Hände" interpretierten.

Meister-Pianistinnen loben Akustik

"Große Fuge! Großes Konzert! Großer Abend!" Diesem Urteil kann man sich nur anschließen. Im dritten Konzert der neuen Reihe "Ungewöhnliche Orte" der Festspiele MV erlebten die rund 200 Besucher zwei wunderbar konstrastierende Programmteile: Susan und Sarah Wang, die neben Beethoven auch Igor Strawinskis Meisterwerk "Le sacre du printemps" perfekt zelebrierten, machten im ersten Teil Geschmack auf mehr. Eine Hoffnung, die die Musikstudenten aus Rostock und Lübeck anschließend vollauf erfüllten. Das Sextett ließ bezaubernde Marimba-Klänge durch die Sortierhalle schallen.

Nicht nur die Zuschauer zeigten sich angetan, auch Susan und Sarah Wang, die die großen Konzertsäle der Welt kennen. Die Pianistinnen bescheinigten der nüchternen Versandhalle, in der wenige Stunden nach dem Konzert wieder Transporter rollten, sogar eine "phantastische Atmosphäre und sehr gute Akustik".

Schon am Mittwoch, 19. August, bietet Neubrandenburg das nächste Konzert-Highlight. Ab 19.30 Uhr spielt Pianist András Schiff die Goldberg-Variationen von Bach in der Konzertkirche.

 

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