Musikpädagoge zu Gast auf Usedom:

Berliner Dirigent begeistert Schüler für Musik

220 Kinder gestalten am Samstag in der Ahlbecker Pommernhalle die „Young Usedom Symphony“. Dabei werden sie gemeinsam mit einem professionellen Orchester auf der Bühne stehen.

Selbst das Schildertragen soll geübt sein. Andreas Peer Kähler zeigt seinen Schützlingen, wie sie selbstbewusst über die Bühne schreiten.
Susann Moll Selbst das Schildertragen soll geübt sein. Andreas Peer Kähler zeigt seinen Schützlingen, wie sie selbstbewusst über die Bühne schreiten.

Selbstbewusst stellt sich der achtjährige Felix in die Mitte. Um ihn herum flattern seine Mitschüler wie kleine Vögelchen. Mit kleinen Trippelschritten bewegen sie sich fort, die Arme angewinkelt und die Hände wie winzige Flügel ausgestreckt. Felix holt noch einmal tief Luft, dann hat er genug Mut gefasst. „Kuckuck“, ruft er laut und deutlich in die wilde Meute hinein. Sofort hören die anderen Kinder auf zu trippeln und zu flattern und bilden einen großen Kreis um Felix. Alle schauen nun auf ihn – den Chef-Kuckuck. Andreas Peer Kähler ist stolz auf Felix: „Prima! Merkst du, wie viel Spaß das macht?“, fragt er seinen Schützling. Dieser nickt und grinst von einem Ohr zum anderen. Gemeinsam singen sie nun alle das Lied vom Kuckuck, der aus dem Wald ruft.

Was die Schüler die ganze Woche mit dem Berliner Dirigenten und Musikpädagogen Andreas Peer Kähler einstudiert haben, präsentieren sie am heutigen Sonnabend um 16 Uhr in der Pommernhalle in Ahlbeck. Die „Young Usedom Symphony“ ist der Höhepunkt des diesjährigen Jungen Usedomer Musikfestivals. Für die Kinder ein ganz besonderes Erlebnis: Sie werden gemeinsam mit dem Berliner Kammerorchester Unter den Linden auf der Bühne stehen.

Kinder konnten aussuchen, was sie machen wollen

Während Felix und seine Mitschüler in der obersten Etage der Turnhalle der Bansiner Grundschule das Vogelkonzert üben, tanzen die Kinder im Erdgeschoss zusammen mit Tanzpädagogin Raule Hoffmann eine schwedische Polka. Im mittleren Stockwerk trommeln und rasseln einige Mädchen und Jungen angeleitet von Frank Fiedler. Das Stück besteht aus neun verschiedenen Teilen, erklärt Andreas Peer Kähler, der die Symphonie vor einigen Jahren selbst entwickelt hat. Die Kinder konnten selbst aussuchen, ob sie singen, tanzen oder ein Instrument spielen möchten. Auch zählen nicht nur die Kinder der Grundschule Bansin/Heringsdorf zu den Akteuren – insgesamt 220 Kinder aus verschiedenen Schulen auf der Insel Usedom werden heute auf der Bühne stehen.

Eine anspruchsvolle Aufgabe, diese Menge an Kinder an nur vier Projekttagen in Einklang zu bringen. Die ganze Woche ist Andreas Peer Kähler mit seinen beiden Kollegen von einer Schule in die andere gefahren, um mit den Kindern zu proben. Erst heute vor dem großen Auftritt treffen alle Mitwirkenden aufeinander. Die Schüler treffen dann auch erstmalig auf das Orchester.

Jedes Kind ein Teil des Ganzen

Für Andreas Peer Kähler ist das Projekt ein Weg, die Kinder nachhaltig zu erreichen und sie für Musik zu begeistern. „Davon werden die meisten noch ihren Enkelkindern erzählen“, sagt der Musiker. Schließlich könne nicht jeder von sich behaupten, einmal mit einem professionellen Orchester auf der Bühne gestanden zu haben.

Lehrerin Katharina Dulke ist begeistert: „Die Kinder werden selbst Teil des ganzen und merken, dass jedes noch so kleine Rädchen wichtig ist, damit am Ende alles funktioniert.“ Chef-Kuckuck Felix ist sich seiner Aufgabe bewusst. Der Zweitklässler hatte bei den Proben eine Menge Spaß, ist aber ziemlich aufgeregt. Für einen Moment werden heute Nachmittag schließlich alle Augen in der Pommernhalle auf ihn gerichtet sein.

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