Neu im Kino:

Bradley Cooper als Egomane am Herd

Temporeiche Gourmet-Komödie, die mit einer ganzen Riege von Stars aufwarten kann: Bradley Cooper spielt in " Im Rausch der Sterne" mit Verve den Rockstar in der Küche.

Sternekoch Adam Jones (Bradley Cooper) versucht nach einem drogenbedingten Absturz nach drei Jahren sein Comeback.
Alex Bailey/Wildbunch Germany GmbH Sternekoch Adam Jones (Bradley Cooper) versucht nach einem drogenbedingten Absturz nach drei Jahren sein Comeback.

Filme über's Kochen und den Genuss an erlesenen Speisen haben immer ein Problem: Wie lässt sich der sinnliche Reiz des Essens auf die Leinwand übertragen? "Im Rausch der Sterne" wirkt wie ein opulentes Zehn-Gänge-Menü, das mit unglaublichem Aufwand komponiert wurde, und dennoch nicht restlos überzeugen kann. Regisseur John Wells ("Im August in Osage County") hat eine quirlige, hochkarätig besetzte Gourmet-Komödie angerichtet, in der es ständig in allen Pfannen brutzelt und die Emotionen blitzschnell hochkochen. Aber wenn der Rauch sich verzieht, bleibt eine harmlose Story übrig.

Schlachtfeld Küche: Sternekoch Adam Jones (Bradley Cooper) versucht nach einem drogenbedingten Absturz in Paris nach drei Jahren ein Comeback in London. Im Restaurant seines Freundes, des schwulen Hotelchefs Tony (Daniel Brühl), will sich Jones den lang ersehnten dritten Michelin-Stern erkochen. Um dieses Ziel zu erreichen, ist dem perfektionistischen Rockstar am Herd fast jedes Mittel reicht. Sein Sous-Chef Michel (Omar Sy) und die talentierte, alleinerziehende Köchin Helene (Sienna Miller) müssen die Eskapaden des jähzornigen Gourmet-Genies Jones ertragen, der schon einmal mit Tellern und Pfannen um sich wirft.

Viel zu üppig aufgetischt

Der alltägliche Kleinkrieg zwischen den Töpfen ist hochtourig in Szene gesetzt. Die Kamera gleitet beständig und sehr ansehnlich über malerisch drapierte Hummerschwänze, versenkt sich ins Gemüse und leuchtet grell beim flambierten Dessert. Bedrohlich zischen und lodern die Gasherde.

Weniger wäre mehr gewesen: "Im Rausch der Sterne" wirkt trotz seines Tempos eher behäbig und überladen, viel zu üppig aufgetischt, und mündet zu schnell in absehbarer Harmonie. Die Schauwerte sind schon enorm, aber dahinter verbirgt sich ein dramaturgisch eher dürftiges Drehbuch. Mehr Schein als Sein, drei Sterne hat der durchaus kurzweilige Film dann doch nicht verdient.

Kinostart: 3. Dezember 2015

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