Neu im Kino:

Bridge of Spies - Der Unterhändler

Steven Spielberg packt oft historische Stoffe an. Mit „Bridge of Spies - Der Unterhändler“ begibt er sich diesmal in den Kalten Krieg. Auf der Glienicker Brücke in Potsdam werden 1962 Agenten ausgetauscht. Mit Tom Hanks setzt er auf einen bewährten Star.

Im Februar 1962 fand der Agentenaustausch auf der Glienicker Brücke in Berlin statt.
DPA/Archiv Im Februar 1962 fand der Agentenaustausch auf der Glienicker Brücke in Berlin statt.

„Bridge of Spies - Der Unterhändler“ ist Hollywood à la Steven Spielberg. Und das macht der Großmeister der Spannung perfekt. Der dreifache Oscar-Preisträger, der den Kalten Krieg als Kind und Teenager erlebt hat, führt die Zuschauer mitten in die explosive Blockkonfrontation zwischen Ost und West, über die gerade gebaute Berliner Mauer, in streng geheime Agentenaustausch-Aktionen und packende Spionagedramen.

Der Film dreht sich um eine eher unbekannte historische Figur. Es ist ein Spionagethriller, aber mehr noch eine Charakterstudie des US-Anwalts James Donovan, der gegen seinen Willen in die politische Konfrontation verwickelt wurde. 

Sympathischer Spion

Der Experte für Versicherungsfälle erhält plötzlich den Auftrag, den in New York festgenommenen KGB-Agenten Rudolf Abel zu verteidigen. „Jeder wird mich hassen“, prophezeit der Anwalt. „Doch jeder Mensch verdient eine Verteidigung.“ Für Donovan ist es Bürgerpflicht, sich für die amerikanischen Grundwerte stark zu machen. Wer passt besser in diese Rolle als der 59-jährige Tom Hanks? Für den zweifachen Oscar-Preisträger und Spielberg war es die vierte Zusammenarbeit nach „Der Soldat James Ryan“, „Catch Me If You Can“ und „Terminal“.

Abel ist kein Spion à la James Bond. Aber als der stoische, stille Held der gegnerischen Seite zieht der britische Theater-Schauspieler Mark Rylance (55) nicht nur die Zuschauer in seinen Bann. Auch Donovan entwickelt Sympathien für den Spion. Spielberg sieht wohlweislich von einem Gut-gegen-Böse-Drama ab.

Donovan verliert den Prozess, Abel wird schuldig gesprochen, doch der Anwalt kann das Gericht davon überzeugen, den entlarvten Top-Atomspion als mögliches Tauschobjekt nicht zum Tode zu verurteilen.

Agentenaustausch in Ost-Berlin

Schauplatzwechsel nach Europa. Dort wird 1960 der US-Pilot Francis Gary Powers mit seinem Spionageflugzeug über der Sowjetunion abgeschossen. Donovan muss auf Befehl des CIA noch einmal ran. Die USA machen den Anwalt in geheimer Mission zum Verhandlungsführer, er soll in Berlin den Austausch der Agenten einfädeln. Der findet 1962 auf der Glienicker Brücke statt, die Potsdam und Berlin verbindet. Zu Fuß überqueren sie nacheinander die verschneite Brücke, der eine gen Osten, der andere gen Westen.

Für die Dreharbeiten nahmen Spielberg und sein Team im vorigen November den Originalschauplatz in Beschlag. Sie drehten auch am ehemaligen Flughafen Tempelhof, im Filmstudio Babelsberg und in Polen. Die Potsdamer Filmfabrik ist Koproduzent des Streifens. Auch die deutschen Schauspieler Sebastian Koch (53, „Das Leben der Anderen“) als DDR-Anwalt Wolfgang Vogel und Burghart Klaußner (66, „Das weiße Band“) spielen mit.

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