Neuer Film:

Bullys schwerer Kampf für einen Kinohit

Michael Herbig wechselt das Fach: Jahrelang war er für seine Parodien bekannt – vom Western-Quatsch bis zum Weltraum-Unfug. Jetzt bringt er eine romantische Komödie ins Kino.

Zu Weihnachten wird Michael Bully Herbigs neuer Film "Buddy" in die Kinos kommen.
Tobias Hase Zu Weihnachten wird Michael Bully Herbigs neuer Film "Buddy" in die Kinos kommen.

13 Jahre ist es jetzt her, dass Michael (Bully) Herbig Filmgeschichte schrieb und mit „Der Schuh des Manitu“ einen Kult-Streifen auf die Leinwand brachte, einen der erfolgreichsten deutschen Filme aller Zeiten. Heute ist Herbig 45 Jahre alt und hat einige Flops verdauen müssen. Der Helmut-Dietl-Film „Zettl“, in dem Herbig die Hauptrolle spielte, floppte grandios bei Kritikern und an der Kinokasse, und auch „Hotel Lux“ war alles andere als ein großer, kommerzieller Erfolg. Bei „Buddy“, dem ersten Film seit Jahren, bei dem Herbig wieder alles macht – vom Drehbuch über die Regie bis hin zum Spielen der Titelrolle – soll nun alles anders werden.

Darum hat Herbig nun die Werbetrommel angeworfen. Sechs Wochen vor dem Kinostart an Weihnachten reist er mit seinen Darstellern durch die Republik, um seinen Film zu zeigen. Am Montag startete bei ProSieben die Sitcom „Bully macht Buddy“, die wohl nicht die, aber eine Entstehungsgeschichte des Films erzählt – jeden Montag bis Weihnachten.

Der Sechsteiler, für den Herbig nach Jahren auch wieder mit seinem Kumpel aus der „Bullyparade“, Rick Kavanian, vor der Kamera steht, wird nach US-Vorbild vor Live-Publikum produziert. „Klar kann man jetzt sagen, es ist ‘ne billige Promo, aber es ist ziemlich teuer für eine billige Promo.“ Sehr lustig sei das, sagt Herbig. „Ganz ehrlich.“

In der Folge, die in der kommenden Woche ausgestrahlt wird, soll beispielsweise Elyas M‘Barek auftreten, der gerade als Lehrer in dem Film „Fack ju Göhte“ Furore macht. „Er schnappt mir da die Kohle weg für ‚Fack ju Göhte 2‘“, sagt Herbig.

Knüpft „Buddy“ an die alten Bully-Erfolge an?

Das ist in dem Moment vor allem ein Gag, aber ein Quäntchen Wahrheit steckt schon drin. Denn ein Selbstläufer ist alles, was Bully anfasst, nicht mehr. Die Zeiten, in denen er vor allem unter jungen Leuten Kult war, sind vorbei.

Jetzt soll der Erfolg mit „Buddy“ zurückkommen. Und dafür wagt Bully sich auf bislang unbekanntes Terrain – zumindest für ihn. Denn sein neuer Film ist alles andere als die Parodie, die seine Fans der ersten Stunde vielleicht von ihm erwarten würden. Es ist eine streckenweise durchaus berührende romantische Komödie geworden, wie man sie allerdings schon öfter mal gesehen hat.

„Eine ‚Buddy‘-Komödie schwebte mir immer schon mal vor“, sagt Herbig. „Und dann kam dieser Gedanke mit dem Schutzengel. Den fand ich ganz schön – aber nicht neu.“ Und so ist die Titelfigur des Films, die Herbig auch selbst spielt, so etwas wie ein Schutzengel in Ausbildung. „Buddy“ (englisch für Kumpel) muss dem schwerreichen Sprudel-Erben Eddie unter die Arme greifen. Der versäuft das Geld seines Vaters, hurt herum und hat seinem Leben an Inhalt ansonsten nicht viel hinzuzufügen. Das ruft den Schutzengel auf den Plan – Anleihen in klassischen Hollywood-Schmonzetten inklusive.