Neu im Kino:

Carrie

In Brian De Palmas Verfilmung des Stephen King-Romans „Carrie” aus dem Jahre 1976 sind Sissy Spacek und John Travolta in der Anfangsphase ihres Schaffens zu erleben. Nun wandeln hoffnungsvolle Nachwuchsstars auf ihren Pfaden.

Chloë Grace Moretz als Carrie.
Sony Pictures Chloë Grace Moretz als Carrie.

Mit Carrie White (Chloë Grace Moretz) möchte man nicht tauschen. In der Schule wird das Mädchen täglich schikaniert, zu Hause wartet eine fanatisch religiöse Mutter (verstörend und uneitel: Julianne Moore), die ihr Kind für kleinste Verfehlungen in den Schrank sperrt. Wie jedes junge Mädchen möchte sich Carrie hübsch machen, einen netten Jungen kennenlernen, ausgehen. Doch mit dieser Mutter, soviel ist klar, wird das niemals funktionieren. Nach einem besonders heftigen Übergriff auf Carrie wird eine ihrer Mitschülerinnen von einem schlechten Gewissen geplagt. Sie überredet ihren Freund, das gedemütigte Mädchen zum Abschlussball einzuladen. Nach anfänglichen Zweifeln willigt Carrie ein, aber ihre Feinde planen längst den nächsten üblen Streich. Sie ahnen nicht, dass ihr Opfer über ganz besondere telekinetische Fähigkeiten verfügt, die das Mädchen zu einem lebenden Pulverfass machen…

Vielleicht ist Chloë Grace Moretz einen Tick zu niedlich, um eine Außenseiterin zu spielen, auf die die ganze Schule herabsieht. Insofern war Sissy Spacek vielleicht die glaubwürdigere „Carrie“. Ansonsten steht Hollywoods Jungstar aus „Kick Ass“ und „Hugo Cabret“ ihrer großen Vorgängerin um nichts nach. Wenn Moretz am Ende in großem Stil mit ihren Peinigern abrechnet, ist sie sogar noch furchteinflößender. Dieser Showdown fällt dank der technischen Möglichkeiten des neuen Jahrtausends natürlich spektakulärer aus als De Palmas Zerstörungsorgie. Und natürlich nutzen die Schüler von heute fleißig die neuen Medien, gern auch für hinterlistige Zwecke. Ansonsten bewegt sich Filmemacherin Kimberly Peirce („Boys don’t cry“) denkbar nah am Original. Im prüden Amerika ist sogar ein gewisser Rückschritt zu verzeichnen. Wo Brian De Palma vor beinahe vierzig Jahren nackte Mädels unter der Dusche zeigte, bedeckt man sich anno 2013 züchtig. Ein wenig inkonsequent für einen Film, der Engstirnigkeit und Fanatismus anprangert.

Wertung:
Anspruch: 2
Spannung: 3
Action: 3
Humor: 0
Erotik: 0

Verleih: Sony Pictures    
Bundesstart: 05. Dezember 2013          
Genre: Horror

Mehr Infos unter: www.carrie-film.de

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