Neu im Kino:

Chappie

Südafrika, demnächst. Die Vision vom RoboCop, dem vollautomatischen Gesetzeshüter, ist zur Realität geworden. Für Ganoven ein echtes Problem. Was wäre aber, wenn man die Maschine einfach umprogrammiert?

Jose Pablo Cantillo als Yankie und Sharlto Copley als Roboter Chappie.
Stephanie Blomkamp/Sony Pictures Jose Pablo Cantillo als Yankie und Sharlto Copley als Roboter Chappie.

Die Zukunft in Südafrika: Die Vision vom Roboter-Polizisten ist zur Realität geworden. Durchgesetzt hat sich das menschenähnliche Modell, an dem auch der junge Wissenschaftler Deon (Dev Patel) arbeitet, während sein Kollege Vincent (Hugh Jackman) mit einer hochgerüsteten Monstrosität den Kürzeren gezogen hat und dementsprechend deprimiert reagiert. In Gangsterkreisen sorgen die neuen Roboter-Polizisten für Angst und Schrecken.

Auch das schräge Ganoven-Duo Ninja (Watkin Tudor Jones) und Yolandi (Yolandi Visser) steht vor einem echten Problem. Die beiden müssen binnen einer Woche 20 Millionen auftreiben, um den tobenden Auftraggeber eines vermasselten Jobs zu besänftigen. Unter den neuen Vorzeichen ein unmögliches Unterfangen. Es sei denn, man könnte die Maschinen einfach abschalten. Ninja und Yolandi bringen Entwickler Deon in ihre Gewalt, der zufällig einen beschädigten Roboterpolizisten mit sich führt. Das ändert die Pläne. Das reparierte und „Chappie“ getaufte Exemplar soll alsbald mit seinen neuen Besitzern, die es als Mommy und Daddy begreift, auf Raubzug gehen. Zunächst aber gilt es, den Eisenmann mit dem kindlichen Gemüt entsprechend zu verziehen.

Krawall mit Köpfchen

Der Titel „Chappie“ klingt recht harmlos und tatsächlich wartet der Film mit einigen Szenen auf, die sich auch gut in eine niedliche Geschichte für die ganze Familie einfügen würden. Aber dann wird wieder gekämpft und keine Gewalt verharmlost. Man muss die zahlreichen philosophischen Untertöne, die sich mit Themen wie Bewusstsein und Erziehung auseinandersetzen, nicht wahrnehmen, um sich gut zu unterhalten. Aber mit Köpfchen macht auch der Krawall mehr Spaß.

Die wahren Stars des Filmes sind – neben dem Titelhelden – die südafrikanischen Musiker Yolandi Visser und Watkin Tudor Jones, die sich im wahren Leben Bühne und Bett teilen. Neill Blomkamp hat hart dafür gekämpft, das außerhalb seiner Heimat wenig bekannte Duo besetzen zu dürfen. Sein Engagement hat sich gelohnt. Das Publikum begegnet den unverbrauchten Charaktergesichtern zunächst mit gemischten Gefühlen. Aber dann wächst einem das charismatische Paar in der Rolle der Möchtegern-Gangster, die zu Chappies chaotischen Ersatzeltern werden, schnell ans Herz. Schade, dass der herrliche, südafrikanische Zungenschlag bei der Synchronisation auf der Strecke bleiben muss. Ansonsten steht dem Kinovergnügen nichts im Wege.     

Wertung:
Anspruch: 2
Spannung: 3
Action: 4
Humor: 2
Erotik: 0

Verleih: Sony Pictures   
Bundesstart: 05. März 2015  
Genre: Science Fiction

Mehr Infos unter: www.chappie-film.de

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