Neues Buch:

Charlotte Roche schreibt über ein "Mädchen für alles"

Charlotte Roche selbst dachte beim Schreiben manchmal: "Oh, das ist ja sehr unmoralisch." In ihrem neuen Buch "Mädchen für alles" macht sie ihrem Ruf als Provokateurin alle Ehre - aber anders als erwartet.

Als Moderatorin hatte Charlotte Roche angefangen und sich inzwischen als Buchautorin etabliert.
Angelika Warmuth Als Moderatorin hatte Charlotte Roche angefangen und sich inzwischen als Buchautorin etabliert.

Helen, Elizabeth und jetzt Christine: Skandal-Autorin Charlotte Roche (37) hat ein neues Buch auf den Markt gebracht. Wieder steht eine Frau im Mittelpunkt. Und die hat ein "Mädchen für alles" - so der Titel. Für die Autorin und frühere Moderatorin ist es das dritte Buch, nach "Feuchtgebiete" und "Schoßgebete".

"Mädchen für alles" ist schockierend düster und brutal geraten, beißend zynisch, schonungslos - und trotzdem, oder gerade deshalb, extrem kurzweilig und unterhaltend.

Die Hauptfigur Chrissi, die gerade Mutter geworden ist, hat ein schwieriges Verhältnis zu ihrem Mann, sie säuft zuviel, sie kokst, und vergisst schonmal ihr Kind zu Hause. "Als wir wieder zu Hause reinkommen, hören wir Mila schreien. Oh, vergessen."

Um Christine, die immer mehr durchzudrehen droht, vom anstrengenden Mutter-Dasein zu entlasten, stellt das Ehepaar die hübsche Studentin Marie als Haushaltshilfe und Babysitterin ein - und Christine setzt alles daran, diese junge Frau zu verführen.

"Verrückt zu sein ist in Deutschland allemal gesellschaftsfähiger, als keine gute Mutter zu sein", sagte Roche (selbst Mutter) im "Spiegel". Die Diskussionen übers Muttersein in Deutschland finde sie "erdrückend". "Nur wenn zwei Frauen sehr gut befreundet sind, gestehen sie sich ein, wie sehr das Muttersein an den Nerven zehrt." Ihr Buch habe darum auch eine politische Botschaft: "Mütter zu animieren, die Wahrheit zu sagen."

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