Neu im Kino:

"Coconut Hero" - Tragikomische Coming of Age-Geschichte

Mit 16 steht einem die Welt offen, mit 16 hat man noch Träume - sollte man meinen. Der Teenager Mike hat in dem Film "Coconut Hero" nur einen ziemlich konkreten Plan: Er will sterben.

Mit dem Gewehr seines Vater versucht Mike in "Coconut Hero" sich zu erschießen.
Majestic Mit dem Gewehr seines Vater versucht Mike in "Coconut Hero" sich zu erschießen.

Coming of Age-Geschichten gibt es viele im internationalen Kino. Regisseur Florian Cossen ("Das Lied in mir") fügt diesem Genre mit der deutsch-kanadischen Produktion "Coconut Hero" nun eine besondere Note hinzu. Der Teenager Mike Tyson (Alex Ozerov) wird wegen seines Namens gehänselt, hat keine Freunde und an seinen Vater ("Victoria"-Regisseur Sebastian Schipper) kann er sich nicht erinnern, weil der die Familie verließ, als Mike noch ein Baby war.

Alles im allem macht sein Leben dem jungen Mike einfach keinen Spaß - und so beschließt er, ihm ziemlich frühzeitig ein Ende zu setzen. Er gibt telefonisch seine eigene Todesanzeige auf, schreibt seiner Mutter (Krista Bridges), sie solle seine Fische füttern und schießt sich mit dem Gewehr seines Vaters in den Kopf. Doch auch das geht schief. "Laut Statistik gelingt es 99 von 100 Leuten, die sich mit einem Gewehr in den Kopf schießen, dabei zu sterben. Doch einem nicht: Das bin ich", denkt er, als er im städtischen Krankenhaus aufwacht und feststellen muss, dass er überlebt hat.

Liebe ändert alles

Zu seiner Freude wird bei der Untersuchung ein Hirntumor entdeckt. Er verweigert die lebensrettende Operation, liegt stattdessen schon mal im Grab Probe und beginnt, an seinem eigenen Sarg zu basteln. Seine Pläne geraten allerdings ziemlich ins Wanken, als er die hübsche Miranda (Bea Santos) kennenlernt und sein Vater unverhofft wieder in sein Leben tritt.

Geschichten wie Nick Hornbys "A Long Way Down", die im vergangenen Jahr ins Kino kam, haben bewiesen, wie viel tragischen Witz suizidgefährdete Menschen im Kino haben können. Der junge Kanadier Ozerov spielt den depressiven Teenager gleichzeitig mit Verve und Lethargie. Überraschende Wendungen halten die Spannung des Films. Allerdings kommt die Synchronisierung derart uninspiriert daher, dass die Dialoge, die zum stärksten gehören, was "Coconut Hero" zu bieten hat, leider etwas von ihrer Faszination einbüßen.

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