Neu im Kino:

„Conjuring 2“ - Fortsetzung des erfolgreichen US-Horrorstreifens

Wenn zwei Experten für Dämonen extra aus den USA nach London gerufen werden und der mehr als zweistündige Film dazu auch noch vom Horror-Meister James Wan in Szene gesetzt ist, dann ist Gänsehaut im Kinosessel programmiert.

Der Dämon hat es auf Janet Hodgson (Madison Wolfe) abgesehen.
Matt Kennedy Der Dämon hat es auf Janet Hodgson (Madison Wolfe) abgesehen.

„Conjuring - Die Heimsuchung“ verblüffte bei seinem Start im Juli vor drei Jahren in den USA: Gleich am ersten Wochenende ein Einspiel von über 40 Millionen Dollar, dabei hatte der Film nur 20 Millionen gekostet. In „Conjuring“ mussten sich die Dämonologen Ed und Lorraine Warren um ein verfluchtes Farmhaus in Rhode Island kümmern. In der nun anlaufenden Fortsetzung, „Conjuring 2“, werden die beiden Experten für paranormale Phänomene nach London gerufen.

James Wan, der als Regisseur oder Produzent schon Gruselstreifen wie „Saw“, „Insidious“ und „Annabelle“ ins Leben gerufen hat, zeichnet nun nach „Conjuring - Die Heimsuchung“ auch für das Sequel verantwortlich. Ed und Lorraine werden erneut verkörpert von Vera Farmiga und Patrick Wilson; in einer kleineren Rolle ist auch eine Franka Potente mit dabei.

Alleinerziehende Mutter wird von Dämon heimgesucht

Zu Beginn des Films sind „The Clash“ zu hören, „London Calling“, da haben Ed und Lorraine Warren gerade ihre Heimat verlassen, sind aus den USA gen England gejettet, um sich einen besonders rätselhaften Fall anzuschauen: Im Londoner Enfield des Jahres 1977 werden eine allein erziehende Mutter und deren vier Kinder von einem Dämonen heimgesucht.

Peggy Hodgson hat es ohnehin nicht leicht, der Mann ist weg, eines der Kinder stottert, und von den Wänden des ärmlichen Hauses bröckelt der Putz – und nun macht der Dämon auch noch allnächtlich den Hodgsons das Leben zur Hölle. Besonders auf Janet hat es dieser abgesehen, schließlich spricht der Dämon gar durch das kleine Mädchen, bemächtigt sich ihrer Zunge: „Das ist mein Haus!“. Die Warrens wollen den Fall zunächst eigentlich nur für die Kirche dokumentieren, Ed und Lorraine aber werden immer tiefer hinein ins düstere und unerklärliche Geschehen gezogen.

Einfache Mittel lassen Publikum gruseln

Die Inszenierung verzichtet über fast die komplette Länge des Films genauso auf billige Schockeffekte wie auch auf unnötige digitale Spielereien. Stattdessen führt uns James Wan, den man trotz seiner jungen Jahre (geboren 1977) schon fast als Alt-Meister des Horrors titulieren muss, ein ums andere Mal vor Augen, mit was für einfachen Mitteln man auch im 21. Jahrhundert noch für Gruseln sorgen kann: mit einem zitternd unter einer Decke verharrenden Kindergesicht etwa, mit einem über eine weiße Wand huschenden, dunklen Schatten.

Mit 133 Minuten an Spiellänge ist „Conjuring 2“ für einen Gruselstreifen recht lang geraten. Zum Ende hin gibt es den ein oder anderen entbehrlichen oder effekthascherischen Moment. Insgesamt aber profitiert der Film von seiner Länge, ermöglicht diese doch dem Regisseur ein im Vergleich zu anderen Filmen des Genres erstaunlich vielschichtiges Werk.

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