Uckermärkische Bühnen:

Das bewegte Leben der Beate Uhse

In ihrer Darstellbar erinnern die Uckermärkischen Bühnen an die Sex-Pionierin Beate Uhse. Gereicht wird dazu unter anderem ein „Süßes Nachspiel“.

Da prallen Welten aufeinander: Der Anwalt (Uwe Schmiedel) und Beate Uhse (Alexandra-M. Heinrich) gegen den Staatsanwalt (Uwe Heinrich).
Matthias Bruck Da prallen Welten aufeinander: Der Anwalt (Uwe Schmiedel) und Beate Uhse (Alexandra-M. Heinrich) gegen den Staatsanwalt (Uwe Heinrich).

Für die einen war sie die Verräterin der Frauen, weil sie mit ihren Pornos die männliche Sexualität gefüttert hat. Für die anderen war sie eine der Wegbereiterinnen der sexuellen Aufklärung und Emanzipation der Frauen. Für die Regisseurin Sonja Hilberger war sie eine Frau, die ihrer Zeit weit voraus war und die Bahnbrechendes für die Befreiung der Sexualität aus den uralten und spießigen Korsetts von obrigkeitsstaatlicher Bevormundung geleistet hat. Die Rede ist von Beate Uhse.

Die Uckermärkischen Bühnen (UBS) erinnern an die Legende mit einer kleinen Inszenierung in der Reihe „DarstellBar“, die am 21. November in der Theaterklause des Schwedter Theaters Premiere feiert. Sonja Hilberger, in den 90er Jahren selbst Mitglied im UBS-Ensembles und nun als freie Regisseurin und Schauspielerin unterwegs, hat die Regie für das Stück „Beate. Der Orgasmus vor Gericht“ übernommen, das aus der Feder von ubs-Dramaturgin Sandra Pagel stammt.

Gerichtsprozesse gegen geifernde Staatsanwälte

Im Mittelpunkt der Handlung stehen keine Schlüpfrigkeiten, sondern handfeste Gerichtsprozesse, die Beate Uhse in den 50er Jahren durchfechten musste, als sie unzählige Male wegen Beihilfe zur Unzucht vor das Gericht zitiert wurde. Über 2000 Anzeigen gab es gegen sie.

Das Stück will zeigen, wie die „Mutter des Tabubruchs“ geifernden, in ihrer Doppelmoral doppelt lächerlichen, Staatsanwälten widerstand. „Aus heutiger Sicht mag das alles antiquiert klingen. Dass das aber noch gar nicht so weit weg von uns ist, belegt allein der Umstand, dass der Unzuchtparagraph erst in den 70er Jahren geändert wurde“, sagt die Regisseurin. Die Prüderie und Diktatur erfahrenen Deutschen waren es gewohnt, dass Vater Staat ihnen vorschrieb, was in ihren Schlafzimmern zu geschehen hatte. Das galt in West wie Ost, wenn auch mit unterschiedlichen ideologischen Vorzeichen.

Vor der Vorstellung, in der Pause und hinterher kann das Publikum ein Drei-Gänge-Menü genießen, das diesmal als „Feuchtes Vorspiel“, „Fülliger Hauptakt“ und „Süßes Nachspiel“ daherkommt.

Das Stück feiert am 21. November um 19 Uhr Premiere. Weitere Vorstellungen am 28. November, 2., 3, 18.,19., und 27. Dezember ebenfalls jeweils um 19 Uhr.

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