ARD zeigt „Die Stille danach“:

Das Leben nach dem Amoklauf

In einer Schule tötet ein Jugendlicher fünf Menschen und erschießt sich dann selbst. Danach ist nichts mehr wie es war. Der Film „Die Stille danach“ stellt die Familie des Täters in den Fokus und läuft am Mittwochabend im Ersten.

Hintergründe für den Film sind unter anderem die Amokläufe in Erfurt 2002 und Winnenden 2009 (Foto). In beiden Städten erschossen ehemalige Schüler an ihren Schulen viele Menschen.
Marijan Murat Hintergründe für den Film sind unter anderem die Amokläufe in Erfurt 2002 und Winnenden 2009 (Foto). In beiden Städten erschossen ehemalige Schüler an ihren Schulen viele Menschen.

Es ist ein ganz normaler Tag an einer Schule: Stimmengewirr und Lachen hallen durch das Gebäude, Schüler laufen in kleinen Gruppen durch die Gänge. Bis das Unfassbare geschieht: Der 15-jährige Felix erschießt mehrere Mitschüler und sich selbst. Sieben Minuten dauert der Amoklauf des Jungen. „Er war's nicht ... der ist noch ein Kind, der kann keiner Fliege was zuleide tun“, sagt seine Mutter voller Überzeugung, als sie ihren toten Sohn in der Rechtsmedizin identifizieren muss. Bis gerade eben hat die OP-Schwester noch ein sorgenfreies Leben mit Mann und zwei Kindern geführt.

„Diesen Abgrund, vor dem man dann plötzlich steht, dieses Leben, wo alles auf einen Schlag verändert ist - darüber nachzudenken und darüber zu erzählen, das hat mich sehr interessiert“, sagt Regisseur und Grimme-Preisträger Nikolaus Leytner („Die Auslöschung“). Sein Film „Die Stille danach“ wird am Mittwoch (12. Oktober, 20.15 Uhr) im Ersten gezeigt. Ursula Strauss („Schnell ermittelt“), ausdrucksstarker österreichischer Schauspielstar, spielt die Mutter, die zunächst alles nicht wahrhaben will: Sie fordert den Ermittler auf, den „wirklichen Täter“ zu finden und stellt ein Foto ihres Sohnes in das Kerzenmeer vor der Schule.

Die Familie erhält Hassbriefe

Erfurt 2002, Winnenden 2009. In beiden Städten erschossen ehemalige Schüler an ihren Schulen viele Menschen. „Die Stille danach“ spielt in einer Stadt in Österreich. Dort wird Felix' Mutter im Supermarkt beim Einkaufen angestarrt, ihr Auto auf dem Parkplatz mit roter Farbe beschmiert. Als sie in der Kirche bei der Trauerfeier für die Opfer erscheint, wird sie angespuckt. Später bekommt sie Probleme bei der Arbeit. So geht es auch ihrem Mann, dem ehemaligen Radrennprofi Michael (Peter Schneider). Die Familie erhält Hassbriefe. Es kommt zu Differenzen und gegenseitigen Vorwürfen bei dem Paar.

„Die Stille danach“ ist intensiv und bedrückend, hat starke Momente, aber auch schwache und unnötige Szenen. Eine davon zeigt, wie das Mädchen, in das Felix verliebt war, seiner Mutter erzählt, dass er bei der Tat mit Tränen in den Augen und der Pistole in der Hand vor ihr stand. Es ist ein Film, der für Diskussionen sorgen könnte.

Der Film „Die Stille danach“ läuft am Mittwoch, 12. Oktober, um 20.15 Uhr im Ersten. Um 21.45 Uhr beschäftigt sich die Talksendung „Maischberger“ mit dem Thema.

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