Heute schon geknipst?:

Das „Selfie“ ist der Trend des Jahres

Es ist ein echtes Phänomen und vom Oxford English Dictionary zum englischen Wort des Jahres 2013 gewählt worden. Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Hype um die schnell geschossenen Foto-Selbstporträts hat Alexandra Stahl zusammengefasst.

Ein typisches „Selfie“: Schauspielerin und Unicef-Botschafterin Katja Riemann knipst sich in Namibia mit Kindern.
Thomas Schulze/dpa Ein typisches „Selfie“: Schauspielerin und Unicef-Botschafterin Katja Riemann knipst sich in Namibia mit Kindern.

Was ist ein „Selfie“ und woher kommt der Trend?

Ein Selfie ist ein Bild von einem selbst, bei dem man sieht, dass man es selbst gemacht hat. Es gibt Selfies von sich alleine oder in Gruppen. Irgendwer also hat immer den Arm ausgestreckt und drückt ab. Zuerst aufgetaucht sind digitale Selbstbildnisse unter dem Namen „Selfie“ 2004 auf den Internet-Plattformen Flickr und MySpace, sagt die Direktorin des US-amerikanischen Forschungszentrums für Medienpsychologie (MPRC), Pamela Rutledge. Heute sind Selfies in sozialen Netzwerken wie Facebook oder Instagram Alltag. Gibt man etwa bei Twitter den Suchbegriff „selfie“ oder „me“ ein, erhält man jeden Tag unzählige Treffer samt Bildern.

Wer macht „Selfies“?

Neben Promis wie Justin Bieber, Lena Gercke, Katja Riemann, Fans von Stars wie Hugh Jackman oder Politikern wie Angela Merkel oder aber Politikern selbst drückt auch die Nachbarstochter im Teenager-Alter auf den Auslöser. „Je jünger, desto eher werden Selfies gemacht“, sagt die Medienwissenschaftlerin Ulla Autenrieth von der Uni Basel. Bei Jugendlichen seien sie besonders weit verbreitet. Selfies sind also nicht nur im Internet zu sehen, sondern auch auf Millionen Privat-Handys. Manchmal gehen die Bilder auch um die Welt: Bei einer Nasa-Expedition hat sich der japanische Astronaut Akihiko Hoshide vergangenes Jahr im All selbst fotografiert.

Welche Art von „Selfies“ gibt es?

Es reicht vom Schnappschuss aus der Umkleidekabine („Soll ich das Kleid kaufen oder nicht?“) über das Gruppenfoto von der Samstagabendparty („Wir haben so viel Spaß zusammen und alle sollen es sehen“) bis zum Pärchen in der Abendsonne („Wir sind so verliebt – und alle sollen es sehen“). Bei Promis ist die Spanne ähnlich groß: Sänger Justin Bieber zeigt sich nachdenklich-cool aus der Froschperspektive im Muskelshirt. Schauspieler Elyas M‘Barek twittert Selfies von Dreharbeiten. Und Barack Obama fotografierte sich jüngst bei der Trauerfeier von Nelson Mandela selbst – zusammen mit der dänischen Ministerpräsidentin Helle Thorning-Schmidt und dem britischen Premierminister David Cameron.

Aber warum eigentlich fotografieren wir uns jetzt alle selbst?

Man kann mit Selfies Nähe herstellen: Familien, Paare und Freunde können ihren Alltag teilen. Promis und Politiker nutzen Selfies zur Image-Pflege und um mit ihren Fans oder Wählern auf Tuchfühlung zu gehen. Außerdem lassen sich Fotos, die einem nicht gefallen, sofort löschen.

Was kommt als Nächstes?

Videos könnten dem Foto den Rang ablaufen. Medienexpertin Autenrieth sieht zumindest darin einen Trend: „Die Erweiterung vom Stand- zum Bewegtbild ist da.“

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