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Das war’s – Sky beendet Schmidt-Show

Vergangenes Jahr wechselte der Entertainer zum Bezahlsender, nun ist auch dort kein Platz mehr für ihn.

Am 13. März ist Harald Schmidts letzter Auftritt.
Christian Charisius/dpa Am 13. März ist Harald Schmidts letzter Auftritt.

Harald Schmidt – gibt‘s den noch? Das war in letzter Zeit häufig die Reaktion, wenn man auf ihn zu sprechen kam. Ja, es gab ihn noch, in einer Nische beim Bezahlsender Sky. Doch jetzt ist auch dort kein Platz mehr für ihn. Gute Nacht Late Night! Am 13. März ist sein letzter Auftritt bei Sky.

Es gab Zeiten, da empfahlen US-Reiseführer für Deutschland ihren Lesern, sie sollten gar nicht erst versuchen, in dem fremden Land einen Witz zu machen. „Überlassen Sie das einem gewissen Harald Schmidt“, lautete der Rat. Zu dieser Zeit – in den 90er Jahren – besaß Harald Schmidt vorübergehend so etwas wie das deutsche Witz-Monopol. Mit seinen Verstößen gegen die damals noch geltende Humor-Etikette ließ „Dirty Harry“ den Blätterwald rauschen und erreichte bei Sat.1 zweistellige Einschaltquoten.

Noch in dieser Woche sagte er dazu in einem ungewöhnlich offenherzigen Gespräch mit Christine Westermann bei „Montalks“: „Ich wurde in einer Weise gelobt, dass es fast schon mir zuviel wurde.“ In einem Jahr habe er zwölf Fernsehpreise bekommen. „Man empfindet das einfach als normal. Und dann dreht sich der Wind.“

Dieser Moment liegt nun schon länger zurück. Der Höhepunkt der Schmidt-Euphorie war schon überschritten, als er seine Show bei Sat.1 2003 aufgab.

Ein Jahr später wechselte er zur ARD, war dort aber nicht mehr täglich zu sehen – keine gute Voraussetzung, um die Deutungshoheit über das politische und mediale Geschehen zu behaupten. In gewisser Weise war Schmidt auch Opfer seines eigenen Erfolgs geworden: Der böseste Gag regte kaum noch jemanden auf.

Zudem konnten die Jüngeren mit Schmidt wenig anfangen. Um das zu ändern, holte er sich von 2007 bis 2009 Oliver Pocher mit dazu. Doch dessen Rüpel-Humor und die böse Zunge des humanistisch gebildeten Alleswissers passten nicht zusammen. 2011 ging Schmidt zurück zu Sat.1. Am Konzept änderte er nichts. Die Sender mochten wechseln – die „Harald-Schmidt-Show“ blieb, wie sie war. Schließlich setzte ihn auch Sat.1 vor die Tür.

Um seine Bildschirmpräsenz aufrecht zu erhalten, verschrieb er sich nun dem Bezahlsender Sky. Jetzt ist es auch dort vorbei. Harald Schmidt ohne Publikum – ob er das wohl verkraftet? Zuhause im Villenviertel Köln-Marienburg wäre wohl einiges zu tun, er hat fünf Kinder, in die Erziehung hat er sich nach eigenem Bekenntnis bisher wenig eingebracht.