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Der Hobbit – Die Schlacht der fünf Heere

Nun also heißt es endgültig Abschied nehmen von Mittelerde. Aber bevor der Hobbit Bilbo Beutlin (Martin Freeman) ins beschauliche Auenland zurückkehren kann, um in Frieden auf das Rentenalter zu warten, gilt es noch, die eine oder andere Schlacht zu schlagen.

Erlebt das letzte ganz große Abenteuer: Bilbo Beutlin (Martin Freeman), der Hobbit aus dem Auenland.
Courtesy of Warner Bros. Pictures / Warner Bros. Ent. Erlebt das letzte ganz große Abenteuer: Bilbo Beutlin (Martin Freeman), der Hobbit aus dem Auenland.

Am Ende von „Smaugs Einöde“ hatte der Drache Smaug eine riesige Wut im Bauch und nahm Kurs auf das idyllische Städtchen Esgaroth. Es war ein fieser Cliffhanger, wusste man doch, dass das für die unschuldigen Bewohner nicht gut ausgehen würde. „Die Schlacht der fünf Heere“ beginnt zum Aufwärmen mit der Zerstörungsorgie, die man seither vor dem geistigen Auge hatte. Aber da im Werk von J.R.R. Tolkien nach der Schlacht immer vor der Schlacht ist, steht das nächste, finale Gemetzel schon vor der Tür. Zunächst aber muss Zwergen-Anführer Thorin Eichenschild (Richard Armitage) wieder zu sich finden, der unter den Einfluss der vom Drachen zurückgewonnen Reichtümer geraten ist und kurz neben sich steht. Draußen deutet sich indes ein Konflikt an, der Mittelerde noch lange beschäftigen wird. Der dunkle Herrscher Sauron schickt seine Ork-Armee zum einsamen Berg Erebor, wo schon das Heer der Elben wartet, um den neureichen Zwergen einen nicht ganz uneigennützigen Besuch abzustatten. Auch die überlebenden Menschen aus Esgaroth sind mit der Hoffnung auf finanzielle Unterstützung angereist und geraten so vom Regen in die Traufe. Um gegen die Orks zu bestehen, müssten die restlichen Parteien mit heißer Nadel eine Allianz stricken.        

Man hat sich satt gesehen an hässlichen Ork-Fratzen

Mit „Die Schlacht der fünf Heere“ bringt Regisseur Peter Jackson auch seine „Hobbit“-Trilogie zu einem wuchtigen Abschluss. Für den eingefleischten Fan mag das ein sehr trauriges Ereignis sein, für den Gelegenheits-Fantasy-Konsumenten ist es dann aber auch mal gut. Man hat sich satt gesehen an hässlichen Ork-Fratzen, arrogant dreinblickenden Elben und unüberschaubaren Heeren aus dem Computer. Nun mag es widersinnig sein, im Genre ungebremster Fantasien einen Rest Realität einzufordern. Aber die Wirksamkeit des einen oder anderen physikalischen Gesetzes auch in Mittelerde würde dem reiferen Kinogänger helfen, das Geschehen auf der Leinwand ernster zu nehmen. Wenn Legolas auf herunterfallenden Steinen herumhopst wie Super Mario, ist die Grenze zwischen Kino und Videospiel endgültig überschritten.

Und apropos Ernst. Wo ist diesmal der Humor geblieben, der Jacksons Werke bislang so zuverlässig auszeichnete? Auch für schauspielerische Leistungen bleibt wenig Raum. „Hobbit“ Martin Freeman darf ein paar Mal herzig die Nase rümpfen und „Thorin“ Richard Armitage überzeugt, wenn sich sein gütiger Blick von jetzt auf gleich in Eis verwandelt. Ian „Gandalf“ McKellens Gesichtslandschaft ist ohnehin spannender anzuschauen als jeder Spezialeffekt. Leider sieht man sie viel zu selten.

Am Ende sorgt Jackson für den nahtlosen Anschluss an die „Herr der Ringe“-Trilogie. Wenn Bilbo schließlich ins drollige Auenland heimkehrt (da verrät man nicht zu viel, schließlich ist die Fortführung der Geschichte hinreichend bekannt) atmet manch einer im Publikum auf wie ein Stahlarbeiter, der nach Schichtende hinaus ins Grüne strebt.

Peter Jackson wollte die Regie der „Hobbit“-Verfilmung ursprünglich nicht übernehmen. Vielleicht auch, weil er sich wünschte, dass ein anderer Filmemacher der Sagenwelt neue Impulse verleihen würde. Nun hat es der Neuseeländer selbst zu Ende gebracht. Mit Anstand, Würde und unter einer gewaltigen Kraftanstrengung, die am Ende Spuren hinterlassen hat.
 

Wertung:
Anspruch: 2
Spannung: 3
Action: 5
Humor: 0
Erotik: 0

 

Verleih: Warner Bros.   
Bundesstart: 10. Dezember 2014    
Genre: Fantasy

Mehr Infos unter: www.DerHobbitFilme.de

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