Bestseller über Outfit-Analyse:

Der Mann weiß, was die Frauen wollen

Guido Maria Kretschmer ist mit der Fernsehsendung „Shopping Queen“ bekannt geworden. Dort hat er das Genre der Outfit-Analyse etabliert. Jetzt steht sein Buch auf Platz eins der Bestsellerliste.

Hat ein Herz für gutes Styling: Star-Designer Guido Maria Kretschmer.
Ole Spata Hat ein Herz für gutes Styling: Star-Designer Guido Maria Kretschmer.

Gerade hat er Kandidatin Melanie null Punkte gegeben, weil diese sich Botox gegen Falten spritzen ließ. „Das geht nicht“, findet Guido Maria Kretschmer (48). „Das ist nicht Shopping Queen.“ Der smarte Modedesigner hat als kritischer Punkteverteiler in der gleichnamigen Vox-Sendung, bei der Frauen um die Wette einkaufen, einen Stammplatz.

Kretschmer ist gerade viel zu sehen. Er kürt als Fernseh-Juror neben Dieter Bohlen, Lena Gercke und Bruce Darnell bei RTL „Das Supertalent“. Im Prominenten-Spezial „Wer wird Millionär?“ vermasselte ihm Waldemar Hartmann fast das Spiel. Der Fußballexperte kam nicht darauf, dass Deutschland 1974 im eigenen Land Weltmeister wurde. „Ich dachte, Waldemar wird es wissen“, sagt Kretschmer später. „Ich fand‘s ein bisschen schade.“ Über Kretschmer war in der Sendung zu erfahren, dass er auf Reisen mit zwei altmodischen Glühbirnen unterwegs ist, weil er das Licht anderswo nicht mag.

Hommage an die Unterschiedlichkeit der Frauen

Mehr Glück als bei Günther Jauch hat der Designer mit seiner Stil-Fibel „Anziehungskraft“. Im „Spiegel“ landete sie auf Platz eins der Sachbuch-Bestseller. Kretschmer erzählt Geschichten über verschiedene Frauentypen und gibt Modetipps für Figur-Varianten: für das „sympathische Brett“, „den Kugelfisch“, die „kleine Elfe“ oder die „große Walküre“. Er hat das Buch nach eigenen Angaben ohne Ghostwriter geschrieben, er versteht es als Hommage an die Unterschiedlichkeit der Frauen. Sein Schlusswort: „Wir Frauen müssen doch zusammenhalten – egal, wie kurz oder lang unsere Beine sind...“

Dass sich das Buch verkauft, dürfte an den weiblichen Fans von „Shopping Queen“ liegen. Kretschmer hat darin das Genre der Outfit-Analyse etabliert. Die Sendung eignet sich wie „Germany‘s Next Topmodel“ für Mädchenabende und zum Lästern. Zum Beispiel über Bonnie Strange, Ex-Freundin eines Ochsenknecht-Juniors, die sich vor laufender Kamera extra für Guido ein „G“ tätowieren ließ. „Ich fasse es nicht, was ich hier alles erlebe“, sagt Kretschmer da. Eine Rolle sei die Sendung für ihn nicht. „Das ist Teil meines Lebens.“ Er hat auch andere Seiten. Kretschmer ist beispielsweise ein richtiger Bücherwurm und verschlingt auch Klassiker. Er lebt in Berlin, Münster und auf Mallorca. Seit 2012 ist Kretschmer mit seinem langjährigen Freund Frank Mutters verheiratet.

Im Geschäft ist der Westfale, der mit neun Jahren seine erste Nähmaschine bekam, schon lange. Er entwirft Abendkleider, Opern- und Filmkostüme und zählt Unternehmen wie die Telekom und Montblanc zu seinen Kunden. Gerade hat der Designer in Berlin die Benefiz-Show „Künstler gegen Aids“ moderiert.

Guido Maria Kretschmer: Anziehungskraft. Stil kennt keine Größe, 237 Seiten, Edel Germany, 17,95 Euro, ISBN 978 384 190 239 9

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