Neu im Kino:

Der Medicus

Abenteuer und Geschichte, Liebe und Freundschaft, Wissenschaft und ein Hauch von Mystery - was kann man sich im weihnachtlichen Kinoprogramm eigentlich mehr wünschen?

Der Bader (Stellan Skarsgard, r) wird mit einem ihm völlig unbekannten medizinischen Eingriff behandelt.
UFA Cinema GmbH Der Bader (Stellan Skarsgard, r) wird mit einem ihm völlig unbekannten medizinischen Eingriff behandelt.

Wer im England des 11. Jahrhunderts ein gesundheitliches Problem hatte, dessen Tage waren häufig gezählt. Es gab einfach keinen Onkel Doktor, den man hätte konsultieren können. Hin und wieder ließ sich ein fahrender Bader blicken, der faule Zähne zog oder ausgerenkte Gliedmaßen richtete. Als die Mutter des Jungen Rob plötzlich schwer erkrankt, kann aber auch der zufällig anwesende Wanderheiler (Stellan Skarsgård) nichts mehr ausrichten.

Fortan zieht der Waisenknabe mit dem gutmütigen Medizin-Autodidakten durchs Land und schickt sich an, in dessen Fußstapfen zu treten. Rob wurde mit einer besonderen Gabe geboren. Wenn er einer Person die Hand auflegt, kann er es spüren, wenn deren Tod unmittelbar bevorsteht.

Als junger Mann erreicht Rob (nun dargestellt von Tom Payne) die Kunde von einem weisen Mann, der seine medizinischen Künste im fernen Persien an Studenten weitergibt. Christen werden im islamischen Reich freilich nicht geduldet. Rob legt beherzt Hand an sich, gibt sich fortan als Jude aus und macht sich auf die beschwerliche Reise nach Isfahan, um bei Ibn Sina (Sir Ben Kingsley) in die Lehre zu gehen.

Tatsächlich gelingt es dem jungen Engländer, in die Klasse des Meisters aufgenommen zu werden. Aber wenn die orientalische Welt im Vergleich zu England auch unglaublich fortschrittlich ist, so tobt hier doch längst der Kampf zwischen dem despotischen, aber letztendlich weltoffenen Schah (Olivier Martinez) und rückschrittlichen Fundamentalisten. Sogar biologische Waffen kommen zum Einsatz…

Philipp Stölzl hat großes deutsches Kino mit internationalem Anspruch geschaffen, das den Freunden der Romanvorlage ebenso gefallen dürfte wie dem unvoreingenommenen Kinogänger. Eine gewisse Toleranz gegenüber Veränderungen und Kürzungen der Geschichte sollte man voraussetzen können, schließlich spricht sich der Roman ja in erster Linie für Toleranz aus. Mit den historischen Fakten nimmt es Gordon in seinem Buch übrigens auch nicht immer genau.

Wer keine Lehrstunde, sondern intelligente Unterhaltung wünscht, findet sie hier zweieinhalb Stunden lang. Angefangen von den prächtig verrotteten Mittelalterkulissen bis hin zur märchenhaften Postkartenschönheit Isfahans stimmen die Schauwerte. Für den ausdrucksstarken britischen Schauspieler Tom Payne, dem Mittelpunkt eines hochkarätigen Ensembles, dürfte dieser energiegeladene Auftritt den endgültigen Durchbruch bedeuten. 

Wertung:
Anspruch: 3
Spannung: 3
Action: 3
Humor: 1
Erotik: 0

Verleih: Universal   
Bundesstart: 25. Dezember 2013
Genre: Historisches Drama

Mehr Infos unter: www.medicus-film.de

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