Barlach-Figur:

"Der Schwebende" reist nach London

Der Güstrower Dom muss vier Monate ohne „Der Schwebende“ auskommen. Er  wird im British Museum ausgestellt.

Da hing die Bronzefigur noch. Am Montag wurde „Der Schwebende“ dann in eine Kiste verpackt.
Bernd Wüstneck Da hing die Bronzefigur noch. Am Montag wurde „Der Schwebende“ dann in eine Kiste verpackt.

Mit der Bronzefigur „Der Schwebende“ ist am Montag eines der Hauptwerke des expressionistischen Bildhauers Ernst Barlach (1870-1938) von Güstrow aus auf Reisen gegangen. Ein Kran hob die 2,13 Meter lange und rund 300 Kilogramm schwere Skulptur mit den Gesichtszügen der Grafikerin Käthe Kollwitz (1867-1945) aus ihrer Verankerung. Die Abnahme sei ohne Zwischenfälle gelungen, sagte der Vorsitzende der Ernst Barlach Stiftung, Volker Probst. In einer Transportkiste ging „Der Schwebende“ dann per Lastwagen auf die Reise nach London.

Barlach als Teil deutscher Geschichte

Im British Museum soll die Skulptur vom 16. Oktober an in einer Ausstellung über 600 Jahre deutsche Geschichte und Kunst gezeigt werden – neben Werken anderer deutscher Künstler wie Tilman Riemenschneider, Albrecht Dürer oder Georg Baselitz. Auch Meissner Porzellan, Bauhaus-Möbel, historische Landkarten, Münzen und Uhren sollen bis zum 25. Januar 2015 in London zu sehen sein.

Bei der Figur handelt es sich um den Drittabguss des Originals von 1927. Das Original, angefertigt als Mahnmal für den Ersten Weltkrieg, hatten die Nazis im August 1937 im Güstrower Dom als entartete Kunst abnehmen und einschmelzen lassen. Ein Zweitguss überstand den Krieg versteckt in der Lüneburger Heide. Er hängt heute in der  Antoniterkirche in Köln. Ein dritter Abguss wurde 1953 für den Güstrower Dom angefertigt, ein vierter ist seit 1987 auf Schloss Gottorf in Schleswig.

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