Lokalfuchs zum ersten Advent:

Die Leidenschaft für Mini-Eisenbahnen

Ganze Städte und Landschaften erschaffen die Modellbauer mit ihren Anlagen. Das Wichtigste in den Miniaturwelten aber sind die Gleise, Loks und Waggons. Für den Neubrandenburger Frank Lindenberg sind die kleinen Bahnen viel mehr als nur ein Hobby.

Frank Lindenberg hat für seinen Laden eine winterliche Mini-Anlage gebastelt.
Marina Spreemann Frank Lindenberg hat für seinen Laden eine winterliche Mini-Anlage gebastelt.

Auf die Adventszeit freuten sich Frank Lindenberg und sein Vater immer ganz besonders. Dann wurde die Modelleisenbahn herausgeholt. „Übers ganze Jahr hätte sie einfach zu viel Platz eingenommen. Aber zu Weihnachten haben wir immer alles aufgebaut“, erinnert sich der heute 56-jährige Neubrandenburger. Sein Vater hat sich mit Nebenjobs Geld dazuverdient, um das schon seinerzeit nicht ganz billige Hobby zu finanzieren. Woher kam die Leidenschaft für Loks und Züge? „Vielleicht von meinem Opa, der war richtiger Eisenbahner“, erzählt Frank Lindenberg.

„Das Basteln ist einfach eine gute Ablenkung von allen Alltagssorgen, wenn man seine ganz eigene Welt bauen kann. Man braucht Fingerfertigkeit und Liebe zum Detail.“ In seiner Freizeit hatte Lindenberg auch immer mal im Modellbau-Laden in Neubrandenburg ausgeholfen. Dann hörte er, dass der Inhaber das kleine Geschäft am Bahnhof abgeben wollte. „Dass ich es übernehme, bot sich irgendwie an. Ich kannte alles hier, nicht zuletzt die Stammkunden, weil ich ja auch selbst zum Beispiel im Eisenbahnclub mitmache.“ Und so begann im April 2009 für Frank Lindenberg sein neues Berufsleben als selbstständiger Geschäftsinhaber.

Digitale Technik lockt junge Menschen an

Ein Starterpaket mit Schienenkreis und Lok ist wieder ein beliebtes Geschenk für Kinder. Und viele seien dann bald „infiziert“ und wünschten sich noch Weichen und Häuschen für ihre Anlage. Frank Lindenberg findet das gut. Vielen Kindern fehlten heute feinmotorische Fertigkeiten fürs Basteln und fürs Handwerkliche. Eine Modelleisenbahn zum Herumwerkeln sei da perfekt zum Üben. „Nachdem es mal eine Zeit lang nicht so viele junge Leute begeistert hat, ändert sich das wieder. Auch bei uns im Eisenbahnclub in Neubrandenburg sind inzwischen mehr Junge“, berichtet er. Sicher sorgten dafür auch die vielen neuen Möglichkeiten der digitalen Technik. Es gibt fast nichts, was es nicht gibt – von „echten“ Geräuschen über Bahnhofsansagen bis zu dampfenden Loks.

In Frank Lindenbergs Laden wird nicht nur das Zubehör zum Basteln und Bauen angeboten. Er kümmert sich auch um Reparaturen und bearbeitet die Modelle den Kundenwünschen entsprechend. Wenn zum Beispiel jemand möchte, dass die Lok nicht nagelneu und glänzend aussieht, sondern so wie im wirklichen Alltag, sorgt der Modellbauer mit winzigen Pinselstrichen für die „Gebrauchsspuren“. „Jetzt soll aber niemand denken, dass ich nur hier sitze und mit Eisenbahnen spiele“, sagt er lachend. „Es ist schon noch eine Menge Bürokram im Geschäft zu erledigen.“ Aber auch bei dieser Arbeit muss er nicht auf die Bahn verzichten. Wenn er aus dem Fenster schaut, kann er das Geschehen auf dem Neubrandenburger Bahnhof beobachten.

Wer Lust auf Modellbahnen bekommen hat, kann die große Schau des Eisenbahnclubs im Neubrandenburger Lindetalcenter, am 28. November, 10 bis 18 Uhr, und am 29. November, 10 bis 17 Uhr, besuchen.

Für weitere Informationen besuchen Sie: www.franks-modellbahn-nb.de

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