Neu im Kino:

Die Tribute von Panem – Catching Fire

Nun sollte sich endgültig herumgesprochen haben, dass „Die Tribute von Panem“ keine stromlinienförmige Teenagerunterhaltung im Stile der „Twilight“-Geschichten ist.

Katniss (Jennifer Lawrence)
Murray Close/StudioCanal Katniss (Jennifer Lawrence).

Die Romantrilogie von Suzanne Collins, die nun Stück für Stück den Weg ins Kino findet, zeichnet eine düstere Vision von einer nicht allzu fernen Zukunft. Sie besticht durch exzellent entworfene Charaktere und erzeugt schweißtreibende Spannung. Für Romantik bleibt vergleichsweise wenig Zeit, wenn sich unglückselige Auserwählte aus unterdrückten, bettelarmen Kolonien im Stile römischer Gladiatorenkämpfe medienwirksam die Köpfe einschlagen müssen. Nur einer soll gewinnen.

Eigentlich hatten es Katniss Everdeen (Jennifer Lawrence) und Peeta Mellark (Josh Hutcherson) hinter sich gebracht. Sie haben die Spielmacher ausgetrickst und die Arena des Todes gemeinsam lebend verlassen. Ihnen winkt ein sorgenfreies Leben im Luxus. Plutarch Heavensbee (Philip Seymour Hoffman) tritt die Nachfolge des in Ungnade gefallenen und demzufolge verblichenen Spielleiters an. Der Neue gefällt Präsident Snow (Donald Sutherland) ob seiner intriganten Kaltschnäuzigkeit. Während der Diktator dafür sorgt, dass die eigentlich unantastbaren Sieger der letzten Spiele ihre Haut noch einmal zu Markte tragen müssen, wächst Unmut im Land. Katniss Everdeen beobachtet gleichermaßen besorgt und hoffnungsvoll, wie sich das Volk zu erheben beginnt.

Der Mann auf dem Regiestuhl hat gewechselt. Nach Gary Ross, der eine faszinierende Einleitung abgeliefert hat, zieht nun Francis Lawrence die Fäden in „Panem“. Der Schöpfer popkulturell bedeutsamer Musikvideos (u.a. Pinks „Just Like A Pill“ oder Lady Gagas „Bad Romance“) versteht sich nicht nur exzellent auf den richtigen Rhythmus, den er seinem Werk zweieinhalb spannende Stunden lang verleiht. Der Filmemacher hat im Drama „Wasser für die Elefanten“ trainiert, Emotionen auf die große Leinwand zu bringen und in „I am Legend“ mit Will Smith bewiesen, dass Endzeitwelten und Spezialeffekte genau seine Sache sind.

Der zweite Teil der „Tribute von Panem“ ist in mancher Hinsicht noch gelungener als das Debüt. Die Zeitbezüge sind allgegenwärtig. Die Schere zwischen arm und reich klafft maximal auseinander. Ein wohlhabendes, repressives Regime hält seine Untertanen (vermeintlich?) bei Laune, indem es die Menschen mit fragwürdigen TV-Shows ablenkt. Die neuen Tribute werden von so hochkarätigen Darstellern wie Jeffrey Wright („Ein Quantum Trost“) oder Amanda Plummer („Pulp Fiction´s“ Honey Bunny) gegeben. Obwohl die Dramaturgie im Wesentlichen eine Wiederholung erfährt, sorgen überraschende neue Entwicklungen, packende Schauspiel-Duelle und natürlich ein gesundes Maß an Action für gute und intelligente Unterhaltung.

Hauptdarstellerin Jennifer Lawrence, mittlerweile für das Intermezzo „Silver Linings“ oscarprämiert, verbindet in der Figur der Katniss große Stärke und entwaffnende Menschlichkeit. Sie mag ein Vorbild vor allem für andere junge Frauen sein. Der Film aber vermag das ganze Publikumsspektrum in seinen Bann zu schlagen, wenn man es denn zulässt.

Es kann einen skeptisch stimmen, dass der dritte und letzte Panem-Band „Mockingjay“ („Flammender Zorn“) nun zu zwei Kinofilmen verarbeitet wird. Bei „Harry Potter“ oder „Twilight“ hat das Strecken des Inhalts zu einigen dramaturgischen Durststrecken geführt. Und doch ist es schwer vorstellbar, dass die Filmemacher ihr glückliches Händchen im Umgang mit diesem eindrucksvollen Stoff plötzlich verlieren könnten.  

Wertung:
Anspruch: 2
Spannung: 4
Action: 3
Humor: 1
Erotik: 0

Verleih: Studiocanal    
Bundesstart: 21. November 2013        
Genre: Science Fiction / Action / Drama

Mehr Infos unter: www.studiocanal.de/kino/die_tribute_von_panem-catching_fire?.de

Weiterführende Links

Nordkurier: Samsung Galaxy Tablet ohne Anzahlung