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Die Vorsehung: Thriller mit Anthony Hopkins und Colin Farrell

Colin Farrell spielt einen Mörder, der die Zukunft seiner Opfer vorhersieht. Einer seiner Gegenspieler ist Anthony Hopkins, auch er hat übersinnliche Fähigkeiten.

Anthony Hopkins und sein Gefolge sind Colin Farrell dicht auf der Spur.
Concorde Anthony Hopkins und sein Gefolge sind Colin Farrell dicht auf der Spur.

Charles Ambrose kann in die Zukunft sehen. Der Serienmörder weiß genau, wann das FBI am Tatort sein wird. „4:16" steht auf einem Kärtchen an der Wohnung einer Ermordeten. „Ein Bibelvers?", fragt Ermittlerin Katherine Cowles. „Nein, die Uhrzeit", antwortet der pensionierte Psychoanalytiker John Clancy (Anthony Hopkins). Der behält als einziger den Durchblick: „Er ist uns weit voraus - und wir tun genau das, was er von uns will", sagt er über den Mörder (Colin Farrell). Clancy und Ambrose sind Kontrahenten - und teilen doch eine Gemeinsamkeit: Sie können in die Zukunft sehen.

Hopkins und Farrell - auf den ersten Blick klingt die Besetzung wie ein Versprechen auf einen großartigen Film. Doch dieses Versprechen löst „Die Vorsehung" nicht ein; viel mehr als ein starkes Ensemble hat das internationale Spielfilmdebüt des Brasilianers Afonso Poyart nicht zu bieten. Stattdessen: viele Klischees und Absurditäten. Dabei war „Solace" (übersetzt: Trost), wie die Produktion im Englischen heißt, einst als Nachfolger von David Finchers bedrückendem Meisterwerk „Sieben" im Gespräch. Mehr als zehn Jahre lang wurden Ideen für die Umsetzung des Drehbuchs verworfen - bis Poyart kam.

Hopkins als Hellseher

Und darum geht es nun: Seit Wochen werden Menschen getötet. Als die Ermittler Joe Merriwether und Katherine Cowles (Abbie Cornish) nicht mehr weiter wissen, bitten sie Clancy mit seinen seherischen Fähigkeiten um Hilfe. Ambrose tötet Menschen, um sie vor dem Schmerz einer tödlichen Krankheit zu bewahren.

Merriwether und Cowles scheinen, wenngleich überzeugend gespielt, wie aus dem Setzkasten. Der Eine: erfahren, Dreitagebart, verbeultes Sakko. Die Andere: jung und tough, mit streng zurückgebundenem Haar und Hosenanzug. Nicht nur die Charakterzeichnung hinterlässt Fragezeichen. Warum die Handkamera ein anstrengendes Revival erlebt, warum die Ermittler mannschaftsstark in der Gerichtsmedizin stehen, als das Gehirn eines Toten aufgeschnitten wird - man weiß es nicht.

Was man weiß: Die posthume Diagnose des ermordeten Kindes auf dem Tisch des Forensikers lautet Gehirntumor. Damit bleibt der tote Junge nicht allein. Vier, fünf oder sechs Menschen in diesem Film - man kommt durcheinander bei all den Krankengeschichten - haben, hatten oder werden Krebs haben.

Der Tod als Erlösung

Hopkins spielt den ergrauten Psychoanalytiker natürlich groß. Früherer Partner von Merriwether, lebt Clancy vereinsamt zwischen unausgepackten Kartons in der Pampa. Seine Ehe ist nach dem Tod der Tochter (Krebs!) gescheitert. Die Fähigkeit, in Ausschnitten die Zukunft zu sehen, ist geblieben. Farrell, der die gleiche Gabe hat, gibt den Ambrose als kühlen Mörder, der an das Gute seiner Mission glaubt. Nicht aus Ruhmessucht oder rituellen Gründen tötet er - er möchte seine Opfer erlösen.

Herausgekommen ist Popcorn-Kino, das an der selbstgestellten Aufgabe scheitert, die großen Fragen des Lebens zu beantworten. Ist der Tod besser als ein Leben in Schmerz? Und wenn ja: Wer hat das Recht, das zu entscheiden? So endet der Film, wie er zuvor 100 Minuten über die Leinwand flimmert - mit einer Binse: „Die größten Liebesbeweise sind besonders schwierig zu erbringen."

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