Prora bis Penkun:

Diese Ziele locken am Tag des offenen Denkmals

Alte Burgen, die NS-Hinterlassenschaft Prora, herrschaftliche Schlösser: Der Tag des offenen Denkmals am kommenden Sonntag bietet eine enorme Vielfalt. Die landesweite Eröffnung findet in Löcknitz.

Die denkmalgeschützte Burganlage in Löcknitz.
Stefan Sauer Die denkmalgeschützte Burganlage in Löcknitz.

An diesem Sonntag können Kulturinteressierte in Mecklenburg-Vorpommern wieder Blicke in selten geöffnete Denkmäler werfen und Musik im Denkmal-Ambiente genießen. Zum diesjährigen Tag des offenen Denkmals öffnen etwa 280 Denkmäler im Nordosten ihre Türen, wie die Deutsche Stiftung Denkmalschutz mitteilte. Die feierliche Landesveranstaltung findet nach Angaben des Schweriner Bildungsministeriums mit Kultusminister Mathias Brodkorb (SPD) auf der Burganlage Löcknitz (Kreis Vorpommern-Greifswald) statt. Dort werde Bodendenkmalpfleger Hans Behn für sein ehrenamtliches Engagement mit dem Friedrich-Lisch-Denkmalpreis geehrt.

Den mit 4000 Euro dotierten Preis erhält Behn unter anderem für wichtige Funde auf Spülfeldern von Baggerarbeiten an der Trebel sowie in einem Waldgebiet bei Gielow (Kreis Mecklenburgische Seenplatte). Ihm sei auch die Entdeckung bronzezeitlicher Hortfunde bei Basedow und Zettemin (Mecklenburgische Seenplatte) zu verdanken. Eine lobende Erwähnung mit einem Preisgeld von 300 Euro erhält der Verein Peter-Weiss-Haus in Rostock.

Mehrere hundert Denkmäler zur Auswahl

Landesweit sind Besucher in 69 Denkmäler in Vorpommern, 34 in Schwerin und Rostock sowie mehrere hundert kulturhistorisch wichtige Objekte in Mecklenburg eingeladen. In Rostock öffnet ein ehemaliges Stasi-Gefängnis seine Zellen. An der Seenplatte sind unter anderem die bedeutende Schlossanlage Basedow samt Marstall für Besucher geöffnet und es gibt Führungen im ehemaligen Ritterschloss von Ankershagen, das sonst geschlossen ist. Auf Rügen öffnen mehrere Blöcke der NS-Hinterlassenschaft Prora bei Binz sowie das Jagdschloss Granitz.

In Greifswald geben Fachleute Auskünfte über die ehemalige Flugplatzsiedlung Ladebow. In Penkun gibt es Führungen im sonst nicht geöffneten St.-Georg-Hospital, einem Massivbau mit Krüppelwalmdach und Lehmwänden aus dem Jahr 1755. Das Gebäude ist ein Förderprojekt der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und wird zur Senioren-Wohngemeinschaft umgebaut. Die Burganlage Löcknitz am Fluss Randow gehörte zur Grenzbefestigung zwischen Pommern und Brandenburg. Von der Burganlage sind die Ruine des Bergfrieds sowie Teile des Walls, der Ringmauer und Kasematten aus dem 15. Jahrhundert erhalten.

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