Matthias Schweighöfer und Joko Winterscheidt:

Dreharbeiten bringen Freunde zusammen

Privat sind sie beste Freunde, doch am Filmset hört der eine auf den anderen. Der gebürtige Anklamer Matthias Schweighöfer und Joko Winterscheidt drehen gemeinsam „Der Nanny“. Wie Winterscheidt es schafft, Ratschläge von seinem Kumpel anzunehmen und welche Rolle den beiden wirklich schwerfällt, das haben sie Elke Vogel im Interview erzählt.

Matthias Schweighöfer und Joko Winterscheidt kennen sich seit Langem. Jetzt haben sie es erstmals geschafft, einen Film zusammen zu drehen.
Jörg Carstensen Matthias Schweighöfer und Joko Winterscheidt kennen sich seit Langem. Jetzt haben sie es erstmals geschafft, einen Film zusammen zu drehen.

Macht es Spaß, auch mal so einen miesen Charakter zu spielen?

Schweighöfer: Ja, man kann sich dabei so viele schöne Sachen überlegen. Ein Arschloch zu sein, ist doch auch mal schön.

Winterscheidt: Ohne dass ich jetzt große Erfahrung habe, glaube ich sogar, dass es mir leichter fällt, ein Arschloch zu spielen als irgendwelche fein abgestimmten Charaktere. Da kann man ein bisschen mehr aus dem Vollen schöpfen. Ich glaube, jeder war schon einmal ein Arschloch und kann sich da reinversetzen.

In einer gerade abgedrehten Szene stoßen Sie mit Champagner auf ihren Erfolg als windige Geschäftsmänner an und sind jetzt schon beim gefühlt zwölften Glas...

Winterscheidt: Ein Glück ist das alkoholfreier Sekt. Ich habe gerade auch schon zu Matthias gesagt: Warum muss ich eigentlich immer dieses Zeug trinken. Immer gibt es eine Szene, in der ich gerade ein Champagnerglas in der Hand habe. Und ich trinke dann daraus, wobei das vielleicht einfach aus Verlegenheit ist, dass man einfach was zu tun hat, in dem Moment, in dem man nicht spielt. Und dadurch muss ich auch den ganzen Tag so wahnsinnig oft aufs Klo...

Film-Papa Clemens heuert eine männliche Nanny für seine beiden Kinder an? Sie haben auch im „echten“ Leben zwei Kinder – und auch eine(n) Nanny?

Schweighöfer: Nein, ich habe keine Nanny.

Ist Matthias Schweighöfer ein strenger Regisseur?

Schweighöfer: Nein!

Winterscheidt: Für mich ist es noch viel absurder. Ich kenne Matthias jetzt schon so lange privat und so gut. Es fällt mir generell schwer, Ratschläge anzunehmen – egal in welcher Lebenssituation. Wenn man dann hier sitzt, muss man sich leider Gottes zu 100 Prozent auf den Regisseur verlassen. Denn ich habe da keine Erfahrungswerte. Und Matthias ist einfach unfassbar genau.

Sind Sie ein Pedant, Herr Schweighöfer?

Schweighöfer: Ja, schon.

Winterscheidt: Ihm fallen immer so Kleinigkeiten auf. Wenn man selbst zu Hause den Text durchgeht, spielt man alles laut und übertrieben. Und am nächsten Tag kommt am Set Matthias und sagt: Nein, nein, das musst du ganz fein und klein, eher flüsternd spielen, dann hat es viel mehr Kraft. Das sind so Kleinigkeiten, die erschließen sich einem Laien wie mir null, aber wenn man es dann einmal sieht, denkt man: Fuck ja, er hat vollkommen recht. Das ist faszinierend, wie Matthias hier so ein komplettes Set am Leben erhält.

Welchen Nerv des Publikums treffen Sie, dass Ihre Filme so einen großen Erfolg haben, Herr Schweighöfer?

Schweighöfer: Ich glaube, es liegt immer am Spaß, den man auch im Film dann sieht. Es gibt kein Erfolgsrezept. Wir versuchen, universell zeitlos zu sein. Wir machen Filme mit viel Freude und etwas fürs Herz. Wir machen einfach Kino – zwei Stunden sorgenfreie Zeit!

„Der Nanny“ ist keine romantische Komödie, aber gibt es dieses Mal trotzdem etwas fürs Herz?

Schweighöfer: Ja, dafür sorgen die Kinder von Immobilienmanager Clemens – gespielt von Paula Hartmann und Arved Friese. Da gibt es sehr rührende Momente.

Sind Sie nervös, wenn Sie während der Drehzeit morgens aufstehen und ans Set fahren? Fragt man sich, ob man den Text drauf hat und alles klappt?

Winterscheidt: Bei mir lautet die Antwort auf alle Fragen: ja!

Schweighöfer: Bei mir nicht. Ich bin nervös, wenn ich bei Joko vor der Tür stehe und dann ins Studio hereingerufen werde und ins Interview muss zum Beispiel bei „Circus HalliGalli“. Joko, bist du nervös, wenn du auf deiner Studio-Couch sitzt?

Winterscheidt: Nee, nur gesund angespannt. Man will, dass es gut wird.

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