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Ein Hologramm für den König - Tom Hanks in Saudi-Arabien

Nach "Cloud Atlas" arbeiten Regisseur Tom Tykwer und Tom Hanks wieder zusammen. Der deutsche Filmemacher Tom Tykwer schickt Tom Hanks in die Wüste.

Ist die Globalisierung eine Chance für Liberalisierung oder ein Risiko auf weltweite Gleichmacherei? Tom Hanks geht in "Ein Hologramm für den König" dieser Frage nach.
Frederic Batier Ist die Globalisierung eine Chance für Liberalisierung oder ein Risiko auf weltweite Gleichmacherei? Tom Hanks geht in "Ein Hologramm für den König" dieser Frage nach.

In dem neuen Film des deutschen Regisseurs Tom Tykwer geht es für den Hollywood-Star Tom Hanks nach Saudi-Arabien. Vier Jahre nach "Cloud Atlas" bringen Tykwer (Das Parfum) und Oscar-Preisträger Hanks wieder gemeinsam eine Romanverfilmung auf die Leinwand: "Ein Hologramm für den König" nach dem gleichnamigen Buch von David Eggers (The Circle) startet jetzt in den deutschen Kinos.

Hanks spielt darin den nicht mehr ganz jungen Geschäftsmann Alan Clay, einen Verlierer-Typen, der noch eine große Chance bekommt: Er soll dem König von Saudi-Arabien eine innovative Hologramm-Kommunikationstechnologie verkaufen und muss dabei den ein oder anderen Kulturschock verkraften. Das Schlimmste: Der König lässt auf sich warten - stunden-, tage-, wochenlang. Dabei ist Clay auf diesen Auftrag angewiesen. In seiner Firma steht er auf der Abschlussliste, privat ist das Geld knapp, und er will seine Tochter nicht noch weiter enttäuschen.

Tom Hanks werden Vorurteile ausgetrieben

Zur Seite steht Alan bei der nervenaufreibenden Warterei sein Fahrer Yousef (Alexander Black), der ihm nach und nach die US-amerikanisch geprägten Vorurteile austreibt und die Vielfalt und Widersprüchlichkeit des Landes nahe bringt. Ähnliches gilt auch für Alans Ärztin Zahra Hakeem (Sarita Choudhury), der er immer näher kommt.

"Ein Hologramm für den König" reißt viele kleine Geschichten an, ohne sie auszuerzählen. Es geht um Globalisierung - als Chance zur Liberalisierung oder als Gefahr der globalen Gleichmacherei. Der Film fragt, wie es feierfreudigen Menschen aus dem Westen geht, die es beruflich nach Saudi-Arabien verschlagen hat, wie es sich als geschiedene Frau in diesem Land lebt - und welche Armut sich hinter dem schönen Schein der glitzernden Hochhaus-Fronten verbergen kann.

Dass der Film sich bei dieser Themenvielfalt nicht in Oberflächlichkeiten ergeht, liegt an dem feinen, niemals despektierlichen Humor, mit dem er von den Absurditäten erzählt, die sich zwangsläufig einstellen müssen, wenn ein US-Amerikaner in der arabischen Wüste gegen die Chinesen um die Gunst des Königs buhlt.

Großartige Wüsten-Kulisse

Ein Übriges erledigen die atemberaubenden Bilder von der in der Wüste entstehenden Glitzer-Kunstwelt einer aus dem Boden gestampften Wirtschaftsmetropole nach dem Vorbild Dubais - und natürlich ein Tom Hanks, der hier sehr präsent und ja irgendwie immer über jeden Zweifel erhaben ist.

Der Film basiert auf dem gleichnamigen Roman von Dave Eggers (The Circle) und eigentlich passiert gar nicht viel. Das Warten auf den König gibt das Filmtempo vor - ungewohnt in Zeiten actionreicher 3D-Produktionen.

Der Film ist ein Appell an die Toleranz, die Neugier und den Glauben daran, auch in der Fremde eine Heimat finden zu können. Die Nominierung für eine Lola als bester Film beim Deutschen Filmpreis hat er zu Recht bekommen. In hasserfüllten Zeiten wie diesen wirkt der Film beinahe wie eine Utopie.