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Ein Störtebeker mit leisen Tönen

Eine großartige Legende, überwältigende Gefühle und eine einzigartige Liebe – das ist die Mischung, die jedes Jahr eine riesige Fangemeinde an den Großen Jasmunder Bodden lockt. Das neue Piraten-Stück besticht aber nicht nur durch Action.

Die neue Geschichte von Klaus Störtebeker und den Vitalienbrüdern ist eine Saga für die ganze Familie - voller Action, Dramatik, Komik und Romantik.
Störtebeker-Festspiele Die neue Geschichte von Klaus Störtebeker und den Vitalienbrüdern ist eine Saga für die ganze Familie - voller Action, Dramatik, Komik und Romantik.

Er fehlt. Sein plötzlicher Tod im vergangenen November hat ein großes Loch im Störtebeker-Ensemble hinterlassen. Thomas Kornack, der sympathische Sachse, der als „Kurzer“ nach nur zwei Spielsommern zum Publikumsliebling avanciert war, ist nicht zu ersetzen. Den Witz des Kochs („Ich gehöre zu denen, denen Dänen vertrauen ...“) werden die Zuschauer vermissen.

Stattdessen ein Memoriam an den mit nur 38 Jahren an Herzversagen gestorbenen Mimen: „Sag mal Goedeke, bei so gutem Fressen und Saufen fällt mir unser Koch, der Kurze, ein, wo ist der eigentlich?“ fragt ein Pirat. „Ach Hugo“, sagt ein trauriger Goedeke Michels (Andreas Euler). „Der hat sich tragisch aus dem Leben gestohlen. Der fiel eines Tages im hellsten Sonnenschein auf Deck um und war einfach tot.“

Das neue Piraten-Stück „Aller Welt Feind“ besticht durch eher leise, tiefsinnige Töne und viel Gefühl – mit einem gereiften Störtebeker, der auch einmal einen Kampf verlieren kann, und einer kurzen Liebe, die mit dem Tod von Störtebekers neuer Flamme Nadeschda (mit „Rote Rosen“-Darstellerin Anika Lehmann) ein tragisches Ende findet. Die vom neuen Regisseur Thomas Schendel inszenierte Neuauflage der Vitalienbrüder-Sage mit stringent erzählter Handlung, ist geprägt von ausgefeilten, manchmal vielleicht etwas zu lang ausfallenden, aber nie langweiligen Dialogen und einer spannenden Story.