Erfolgsgeschichte eines Verlierers:

Ein trotziger, drolliger Junge wird 65 Jahre alt

Charlie Brown als Rentner? Eigentlich ist es so, denn das Comic-Kind hat Geburtstag. Doch er ist jung geblieben – obwohl er schon seit 15 Jahren im Ruhestand ist.

Der Comiczeichner Charles M. Schulz hat alle Comic-Strips von Charlie Brown selbst gezeichnet – bis zu seinem Tod am 12. Februar 2000.
UPI Der Comiczeichner Charles M. Schulz hat alle Comic-Strips von Charlie Brown selbst gezeichnet – bis zu seinem Tod am 12. Februar 2000.

Man sagt, dass die Amerikaner Gewinner mögen. Stimmt nicht, zumindest nicht bei einem Jungen, dem gar nichts gelingt. Charlie Brown ist eine der bekanntesten Comicfiguren nicht nur Amerikas, sondern der Welt. Jetzt wird er 65 Jahre.

Charles Monroe Schulz, der Sohn eines Deutschen, hatte immer gern gezeichnet, am liebsten seinen Hund Spike. Er machte einen Comic namens „Li‘l Folks“ daraus, und seine Heimatzeitung in Minnesota druckte ihn sogar. Einer dieser „kleinen Leute“ war ein Junge mit großem Kopf und weißem T-Shirt, der immer verlor: Charlie Brown. Doch diese „Geschichte großen amerikanischen Misserfolgs“ (Schulz) hatte Potenzial. Und so bekam Charlie am 2. Oktober 1950 seinen eigenen Comicstrip.

Snoopy - der heimliche Star

Der große Kopf war übrigens zum Anfang noch größer. Aber Schulz änderte das, färbte auch das T-Shirt gelb und verpasste ihm einen schwarzen gezackten Streifen. Das war Schulz‘ Spezialität: Mit ein paar Federstrichen lässt sich eine Figur skizzieren, die in Dutzenden Ländern sofort erkannt wird.

Die Helden sind die Kinder – die allerdings wie Erwachsene agieren. Das tut auch der heimliche Star, der zwei Tage nach Charlie auftauchte: Snoopy, der coole Beagle, der am liebsten auf dem Dach seiner Hundehütte liegt und von dort auch mal die Luftkämpfe des Ersten Weltkriegs nachträglich ausficht.

Charlie Brown als Kulturgut

Aus den Comics wurden Filme, und die verkauften sich vor allem in den Sechzigern und Siebzigern wie von selbst. Charlie Brown und Snoopy wurden zu einem Stück Kulturgut. Und nicht zuletzt zu einem Markenartikel. Mit „Peanuts“-Kram könnte man eine ganze Wohnung einrichten.

Kritiker sagten, dass der Tiefgang der ersten Jahre zuletzt verloren ging. Ein Erfolg blieben sie dennoch, bis zum 13. Februar 2000. Am Tag zuvor war er im Alter von 77 Jahren gestorben.

 

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