Musik-Tipps :

Eine Auswahl origineller Weihnachts-CDs

Klassik-Stars und Volksmusikanten überschütten ihre Fans alle Jahre wieder mit Christmas-Platten. Interessante Neuerscheinungen gibt in diesem Jahr im Jazz- und Weltmusik-Regal.

Sie alle haben im Ton-Studio Weihnachtslieder eingesungen, auf ihre Weise: Die britische Sängerin Kim Wilde (links) mag den Swing, bewusst lieblos, aber gut arrangiert klingt Greg Graffin von der Band Bad Religion und frech Sängerin Pe Werner.
dpa Sie alle haben im Ton-Studio Weihnachtslieder eingesungen, auf ihre Weise: Die britische Sängerin Kim Wilde (links) mag den Swing, bewusst lieblos, aber gut arrangiert klingt Greg Graffin von der Band Bad Religion und frech Sängerin Pe Werner.

Na klar, zum Weihnachtsmarkt-Glühwein gehört „Last Christmas“ von Wham irgendwie dazu; und bei der Bescherung darf ein chorales „Stille Nacht, Heilige Nacht“ auch nicht fehlen. Wer aber sonst etwas mehr musikalische Abwechslung rund um Weihnachten schätzt, der wird dieses Jahr vor allem in der Jazz-Abteilung und in der Weltmusik-Ecke fündig.

So verabreichen die Ex-Kabarettistin Pe Werner und die Big Band des Hessischen Rundfunks vorwitzig frech „Ne Prise Zimt“ zum Fest. Einen Hauch von Swinging Christmas verbreitet auch Pop-Sängerin Kim Wilde, wenn sie die Weihnachtsgrüße aus ihrem „Wilde Winter Songbook“ haucht.

Pee Wee Ellis spürt hingegen mit Soul-Feeling dem „Spirit Of Christmas“ nach. Dieser Saxofonist, der einst Funky-Riffs für James Brown arrangierte, findet nun mit deutschen Kollegen den richtigen Tonfall für entspannten Lounge-Jazz unter dem Tannenbaum.

Zeitlose Schlummermusik oder böser Punk-Rock

Kammermusikalisch zurückhaltend sucht das Weltmusik-Ensemble Quadro Nuevo in „Bethlehem“ den Geist des Friedensfestes – und findet ihn zum Beispiel im Lied „Shtil die Nakht is oysgesternt“, das der polnisch-jüdische Dichter Hirsch Glik 1942 im Ghetto von Vilnius schrieb. Aber auch bei „Leise rieselt der Schnee“ und anderen altbekannten Christfest-Melodien verführt das Quartett mit Saxofon und Klarinette, Akkordeon und Harfe zum andächtigen Lauschen. Wenn der schwedische Gitarrist Georg Wadenius auf „Jul På Svenska“ über weihnachtliches Liedgut seiner Heimat meditiert, klingt das auch für deutsche Ohren anheimelnd vertraut. Im gleichen Kammerjazz-Tonfall produzierte er für seine norwegischen Nachbarn „Jul På Norska“, das bei deutschen Hörern aber kaum weihnachtliche Gefühle weckt und sich deshalb auch ganzjährig als Schlummermusik eignet.

Das Zeug zu einem Immergrün – nicht nur im Winter, wenn es schneit – hat auch „Das Kapital: Loves Christmas“. Zwischen New Orleans und Neutöner-Experimentierstube überprüft das deutsch-dänisch-französische Trio Das Kapital hier die „Stille Nacht“ und andere X-Mas-Oldies auf ihre Freejazz-Tauglichkeit. Aber Vorsicht: Das Album strotzt vor gemeinen Zwischentönen, die den Heiligabend-Familienfrieden stören könnten.

Noch mehr Alarm macht Bad Religion. Bewusst lieblos – aber intelligent arrangiert – zerfetzen diese Punk-Rocker aus Los Angeles solche „Christmas Songs“ wie „Little Drummer Boy“ oder „White Christmas“.

Friedliche Töne und Tannenbaum-Karaoke

An feinsinnigere Adressaten verschickt der Geiger Joshua Bell seine „Musical Gifts“ (Sony). Zusammen mit Freunden aus allen Pop-Genres – von der Bluegrass-Geigerin Alison Krauss bis zur Latino-Pop-Sängerin Gloria Estefan – beweist dieser Klassik-Star, dass unter dem Tannenbaum Platz ist für alle Ausdrucksformen weihnachtlicher Gefühle. Wer seine Freude lieber selbst ausdrücken möchte, legt die Playback-CD „Stille Nacht – die schönsten Weihnachtslieder zum Mitsingen“ in den Player. Als Mitsänger stehen für diese Karaoke-Session die Regensburger Domspatzen, Leipziger Thomaner, Stuttgarter Hymnus Chorknaben und der Dresdner Kreuzchor bereit. Zum leisen Mitsummen verführt der Pianist Andreas Obieglo, wenn er im „Advent“ über 17 winterliche Weisen improvisiert.

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