Verleihung des Förderpreises an Mirna Funk:

Eine Rede an Uwe Johnson

Sympathisch und voller Energie, humorvoll aber auch sehr ernsthaft, so präsentierte sich Mirna Funk bei der Verleihung des Uwe Johnson-Förderpreises. Für ihren Dank an die Jury hatte sie eine besondere Idee.

Die Übergabe der Ehrung: Gundula Engelhard, Geschäftsführerin der Literaturgesellschaft (MLG), Oberbürgermeister Silvio Witt, MLG-Vorsitzender Carsten Gansel und Mirna Funk (von links)
Wilhelm Die Übergabe der Ehrung: Gundula Engelhard, Geschäftsführerin der Literaturgesellschaft (MLG), Oberbürgermeister Silvio Witt, MLG-Vorsitzender Carsten Gansel und Mirna Funk (von links)

"Lieber Uwe Johnson", so begann Mirna Funk ihre Dankesrede für den Uwe-Johnson-Förderpreis. 47 Jahre trennen beide. Die junge Autorin ist 1981 in Ost-Berlin geboren. Uwe Johnson im Jahr 1934 in Cammin im damaligen Pommern. 31 Jahre sei Johnson bereits tot, so Mirna Funk. "Man müsste denken, dass sich 31 Jahre nach Ihrem Tod etwas verändert hat!?" Habe es auch: Die Mauer ist weg. Das Internet, Computer und Handys haben das Leben radikal verändert. Aber es sei auch Vieles so geblieben wie zu Lebzeiten Uwe Johnsons. "Menschen falle es nach wie vor schwer, das Andere anzuerkennen. Die Menschen mögen einfache Wahrheiten."

Genau mit diesen einfachen Wahrheiten will sich, wie Johnson, aber auch Mirna Funk nicht abfinden, wie verschiedene Redner bei der Verleihung des Johnson-Förderpreises am Freitagabend im Neubrandenburger Schauspielhaus hervorhoben. Die junge Autorin, die den Preis für ihren Debütroman "Winternähe" erhielt, spiele in ihrem Text Kontroversen zum Konflikt zwischen Israel und Palästina durch, sagte Prof. Carsten Gansel, Vorsitzender der Mecklenburgischen Literaturgesellschaft (MLG), die den Förderpreis mit dem Nordkurier und der Berliner Anwaltskanzlei Gentz und Partner vergibt.

Mirna Funk: Winternähe. Frankfurt/Main, S. Fischer. 342 Seiten, 19,99 Euro.

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