Neues Album von Thomas D.:

Eine späte und ziemlich derbe Liebe

Das Alter macht milde, sagt der Volksmund. Thomas D. von den „Fantastischen Vier“ hält sich nur nicht daran.

Thomas D. bringt ein neues Solo-Album heraus.
Henning Kaiser Thomas D. bringt ein neues Solo-Album heraus.

Es ist ein Drama, eine Tragödie in mehreren Akten: „Aufstieg und Fall des Tommy Blank“ erzählt chronologisch die ruhmreiche und exzessive Karriere eines Phantom-Musikers bis hin zu seinem tragischen Ende. Das Konzeptalbum ist die fünfte Solonummer von „Fanta-Vier“-Mitglied Thomas D. Die 13 Songs (plus Intro) kommen ungewöhnlich hart und mitunter aggressiv daher. „Meine Liebe zum Hip-Hop ist eigentlich erst in den letzten Jahren richtig groß geworden“, erklärt Thomas D. Natürlich seien viele Stücke – vor allem der amerikanischen Kollegen mit ihren frauenfeindlichen, homophoben oder rassistischen Texten – inhaltlich indiskutabel. „Trotzdem entfacht die Energie in dieser Musik etwas in mir.“

Eine späte Entdeckung des 44-Jährigen, der immerhin seit bald einem Vierteljahrhundert mit seiner Band „so was Ähnliches wie Hip-Hop“ macht. Im kommenden Jahr feiern die „Fantastischen Vier“ mit neuer Platte und großer Tour ihren 25. Geburtstag. Kurz vor dem Jubiläumsspektakel veröffentlicht Thomas D. – seit jeher einer der aktivsten Solokünstler der Band – nun nochmals eine eigene Platte.

Unterstützt wird er bei „Aufstieg und Fall des Tommy Blank“ von zahlreichen prominenten Gastmusikern. Samy Deluxe oder Afrob sind ebenso dabei wie Moses Pelham. Trotz einiger Highlights kann die Idee hinter der Platte, deren Titel an David Bowies legendäres Konzeptalbum „The Rise and Fall of Ziggy Stardust and the Spiders from Mars“ erinnert, leider nicht komplett überzeugen. Und für manche Fans ist der späte Wandel des Künstlers zum härteren Hip-Hop sicher auch gewöhnungsbedürftig.

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