Dreharbeiten auf der Ostsee-Insel:

Eine Superfrau hat Usedom wieder fest im Griff

Beim Film dauert es manchmal etwas länger. Das durften auch die lokalen Pressevertreter beim Dreh zum zweiten Teil des „Usedoms-Krimis“ erfahren. Das ließ Zeit für Beobachtungen.

Katrin Sass ist wieder auf der Ostsee-Insel unterwegs, wo sie den zweiten Teil des „Usedom-Krimis“ dreht.
Stefan Sauer Katrin Sass ist wieder auf der Ostsee-Insel unterwegs, wo sie den zweiten Teil des „Usedom-Krimis“ dreht.

Katrin Sass raucht fast wie ein Cowboy. Sie stellt sich etwas breitbeinig auf und klemmt sich eine Zigarette zwischen die Zähne, die in Länge und Durchmesser an einen Zimmermannsnagel erinnert. Und raucht sie noch auf dem Weg zum Fototermin am Strand von Heringsdorf. Den Hinweis darauf, dass Rauchen tödlich sein kann, den ein Kollege laut von ihrer Zigarettenschachtel abliest, kommentiert sie knapp: „Genau. Kann.“

Auf der Insel wird dieser Tage die zweite Folge des Usedom-Krimis gedreht, dessen erster Teil im vergangenen Oktober recht erfolgreich in der ARD lief. Die Stars sind unbestritten Katrin Sass und ihre Filmtochter Lisa Maria Potthoff. Und Usedom selbst. Im ersten Teil hatte Kameramann Philipp Sichler die spätwinterliche Insel so elegant in Szene gesetzt, dass zu befürchten stand, dass sie nun künftig auch in der Vor- und Nachsaison überrannt wird. Katrin Sass sieht das nicht ganz so. Klar sei es wichtig, dass die Insel im Film erkannt werde. Aber: „Die Geschichte ist wichtiger.“

Erst mal Essen – die Presse muss warten

Und die geht so: Im Swinemünder Kurpark wird eine Ahlbecker Supermarktbetreiberin tot aufgefunden. Die wollte sich mit einer ihrer Kassiererinnen treffen, um eine Wohnung zu besichtigen. Dazu kam es jedoch nicht mehr. Kommissarin Julia Thiel (Lisa Maria Potthoff) ermittelt mit ihrem polnischen Kollegen und Geliebten Marek (Marcin Dorocinski). Dumm nur, dass ihre Mutter, Ex-Staatsanwältin Karin Lossow (Katrin Sass), den Hauptverdächtigen als „Rechtsberaterin“ unterstützt. „Hauptberuflich“ verkauft sie, die die letzten Jahre wegen Mord im Knast verbracht hat, allerdings Eintrittskarten im Wisentgehege Prätenow, das es ja tatsächlich gibt. Man könnte sich aber vorstellen, dass sie in unbeobachteten Momenten auch mal aus Spaß einen Wisent reitet, so wie sie raucht.

Heute aber soll sie zugucken, wie Tochter, Schwiegersohn und Enkelin in der Heringsdorfer Eisarena Schlittschuh laufen. Vor allem soll sie traurig gucken, weil sie nicht mehr zur Familie gehört. Zumindest steht das so im Drehplan. Und geplant ist auch, dass die beiden Stars etwas Zeit für die lokalen Medien haben. So wurde es versprochen. Zum vereinbarten Zeitpunkt wird aber erst mal gegessen. Das ist wichtig beim Filmdreh, erklärt ein Kleindarsteller, und das Essen sei gut.

Die Pressemenschen haben Verständnis und halten sich brav zurück. Während sie darauf warten, dass sich Katrin Sass für den Fototermin umzieht, lässt sich Lisa Maria Potthoff dabei beobachten, wie sie etwas gesund Aussehendes isst. Mehr aber auch nicht. „Frau Potthoff möchte nicht angesprochen werden“, murmelt einer der Fotografen verärgert. Aber er hält sich daran. Das liegt vielleicht auch an der Pistole, die sie umgeschnallt hat. Dann hat aber Katrin Sass tatsächlich Zeit für eine paar Fragen. Die beantwortet sie erfrischend knapp. Dann wirft sie sich Strand routiniert in Posen. Im Hintergrund ist die Heringsdorfer Seebrücke zu sehen. Auch wenn das nicht ganz so wichtig ist.

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