Konzertkritik:

Elektronische Musik hallt durch die Konzertkirche

Die Band Schiller ist wieder auf Deutschlandtournee. Den Auftakt zu „Neue Klangwelten“ spielten sie am Freitag in Neubrandenburg.

Mit elektronischer Musik und viel buntem Licht verzauberte Christopher von Deylen (Mitte) sein Publikum. Foto: Jörg Döbereiner
Döbereiner Mit elektronischer Musik und viel buntem Licht verzauberte Christopher von Deylen (Mitte) sein Publikum.

Ein Grollen zieht sich durch den ganzen Körper, bis es von den hohen Wänden niederhallt. Das Licht der Scheinwerfer zieht vorbei an den meterhohen Kirchenfenstern, bis es auf die Glanzfronten an der Decke trifft. Hier spiegelt sich die Band in denen für die unschlagbare gute Akustik angebrachten Scheiben. Es ist ein imposantes Schauspiel: Der Tourauftakt der deutschen Band Schiller hinterlässt auch bei Nicht-Kennern elektronischer Musik Eindruck.

Elektromusik, dargeboten wie ein Klassikkonzert, möchte man fast schon glauben. Vom Elektrosound der Clubs ist kaum etwas zu spüren. Nicht nur die Konzertkirche trägt zu diesem Eindruck bei. Mit jeder Geste ist den drei Musikern anzumerken, wie ernst sie ihre Musik nehmen. Das Publikum, nicht wild tanzend zu den Rhythmen, sondern ruhig sitzend auf den Rängen, reiht sich in die Atmosphäre ein. Ein leichtes Wippen mit den Beinen oder Händen wechselt von Stuhl zu Stuhl mit geschlossenen Augen und Fans, die sich mit Schillers „Neue Klangwelten“, wirklich aus dem Hier und Jetzt hinauszuträumen scheinen.

Kommt der erste Teil des Konzertes zunächst, wie vom Frontmann Christopher von Deylen angekündigt, ruhig und entspannend daher, wird der Bass nach der Pause schneller. Das Konzert nimmt mehr und mehr Energie auf. Und nun hält es beim Wechsel zwischen Liedern aus dem aktuellen Album Opus und altbekannten Hits der Anfangsjahre längst nicht mehr alle Zuhörer auf den Plätzen. Die ersten Töne von „Das Glockenspiel“ aus dem Jahr 1999 vom Album Zeitgeist erklingen: Eine Frau springt von ihrem Sitz auf, bewegt sich in dem engen Raum vor ihrem Platz wiegend zur Musik. Ein anderes Paar tanzt zu diesem Zeitpunkt schon über eine halbe Stunde. Die ganze zweite Hälfte des Konzertes konnten sie nicht mehr ruhig sitzen.

Als das letzte Lied verklingt, steht der Mann am Rand der Bühne. Verschwitzt mit glänzenden Augen schaut er hinauf und klatscht. Der 50-Jährige ist ein „absoluter Fan“, wie er sagt. Für ihn ist es wie für viele andere im Saal nicht das erste Schiller-Konzert. Dabei ist Torsten Thomas mit seiner Frau extra aus Berlin zum Tourauftakt angereist. Denn Schiller in der Konzertkirche zu erleben, biete schließlich eine ganz besondere Atmosphäre.

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