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Erinnerungen an die Beatles-Zeiten

Wer die Lieder auf Paul McCartneys neuer CD hört, wird häufig an die Beatles erinnert – durch Musik und Texte. Dabei mischt der 71-Jährige auch Fröhliches mit Nachdenklichem.

Paul McCartney bringt seine 16. Solo- platte auf den Markt.
Robert Vos Paul McCartney bringt seine 16. Solo- platte auf den Markt.

71 Jahre ist Paul McCartney inzwischen alt. Der Ex-Beatle hat als Musiker alles erreicht: Weltruhm, Auszeichnungen, Anerkennungen, den Ritterschlag der Queen gar. Warum er jetzt, sechs Jahre nach seinem letzten Versuch mit eigenen Liedern – 2012 hatte er Cover-Versionen von Liedern aus seiner Jugend veröffentlicht – noch einmal ein neues Album auf den Markt wirft?

Weil er einfach Lust dazu hatte. „Ich habe viele andere Dinge gemacht“, sagt McCartney über die Zeit seit seinem bis dato letzten Album mit überwiegend eigenen Texten aus dem Jahr 2007. Er schrieb Ballettmusik am Broadway in New York, tourte über die Bühnen der Welt – und heiratete seine dritte Frau Nancy. „Das braucht Zeit“, sagt er.

Als diese reif war, entschied er sich für „New“, sein 16. Studioalbum als Solist – es gibt zwölf neue Lieder. Heute kommt es in Deutschland auf den Markt. Der Titelsong „New“, der in vielem an die alten Erfolge der Beatles wie „Penny Lane“ oder „With a little Help from my Friends“ erinnert, beschäftigt sich im Gegensatz zu den meisten anderen, auf die Vergangenheit fokussierten Songs, mit dem Hier und Jetzt. „Es ist ein fröhliches Sommer-Liebeslied“, sagt McCartney selbst.

Text erinnert an die Anfangszeiten der Beatles

Viele andere der Songs auf der neuen Platte sind jedoch der Vergangenheit gewidmet. „Ich nutze die Vergangenheit sehr viel für meine Songs“, sagt der 71-Jährige. „Aber ich glaube, da bin ich nicht allein.“ So wie in „Early Days“. Die Ballade, produziert von Ethan Johns, bringt viel Melancholie zum Ausdruck. Der Text erinnert an die Anfangszeiten der Beatles.

McCartney beschreibt, wie er mit John Lennon die Straße runter geht, in schwarzen Klamotten, die Gitarren auf dem Rücken. „Der Song selbst ist eine Erinnerung an John und mich. Das Lied sagt: Das kann mir keiner mehr nehmen“, beschreibt McCartney seine Intuition. „Es bringt ein bisschen von ihm zurück.“

McCartneys Albumveröffentlichung ist eine generalstabsmäßig geplante PR-Aktion. Sein letztes Album hatte der Londoner noch in einer Kaffeehauskette promoten lassen. „New“ bewirbt der 71-Jährige mit Frage-Antwort-Aktionen über den Kurznachrichtendienst Twitter und eher ungewöhnlich: In New York, seiner zweiten Heimat, gab er vor Schülern ein Spontan-Konzert. Aufgenommen hat er das Album in sechs Studios in Los Angeles, New York und London – darunter die berühmten Abbey Road Studios aus Beatles-Tagen.