Trotz Hausverbot :

Fettes Brot begeistern in der "Roten Flora"

Seit mehr als 20 Jahren wird die „Rote Flora“ in Hamburg von Linksautonomen besetzt. Jüngster Aufreger: ein Auftritt der Hip-Hop-Band Fettes Brot.

„Brote Flora“: eine Projektion der Band "Fettes Brot"
Angelika Warmuth „Brote Flora“: eine Projektion der Band "Fettes Brot"

Ein Konzert des Hip-Hop-Trios Fettes Brot in der „Roten Flora“ hat in Hamburg für Wirbel gesorgt. Bevor die Band am Sonntagabend ihr Konzert in dem von Linksautonomen besetzten Haus im Schanzenviertel begann, hatte „Flora“-Besitzer Klausmartin Kretschmer der Band Hausverbot erteilt und Strafanzeige gestellt – „wegen der drohenden Straftat eines Hausfriedensbruchs“.

Doch unter dem Jubel ihrer Fans traten Dokter Renz, Björn Beton und König Boris mit eineinhalbstündiger Verspätung zu ihrem Heimspiel in Hamburg an. Hunderte Menschen verfolgten das Konzert, das über Lautsprecher und auf eine Hauswand übertragen wurde.

Rote Flora soll umgebaut werden

Laut „Hamburger Morgenpost“ hatte Kretschmer erwartet, dass die Polizei sich schützend vor das Gebäude stelle und das Trio nicht hereinlasse. Dazu hatte Polizeisprecher Holger Vehren erklärt: „Nach unserer Bewertung handelt es sich hierbei um eine zivilrechtliche Auseinandersetzung, bei der vorrangig die Zivilgerichte und nicht die Polizei zuständig sind.“ Zugleich bestätigte er „den Eingang eines Schreibens von Herrn Kretschmer“, das sich mit dem Konzert in der „Roten Flora“ befasse.

Eine Aktivistin der „Roten Flora“ bestätigte, dass Fettes Brot Hausverbot bekommen habe. Die Band selbst war im Vorfeld des Auftritts nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Auf seiner Facebook-Seite hatte das Trio aber angekündigt, es werde vor dem Gebäude eine Außenübertragung für all jene geben, „die den Weg nicht in die vordersten Reihen der Schlange geschafft haben“.

Der Wirbel um den Auftritt der Hip-Hopper war nicht der erste Disput zwischen Kretschmer und den Hausbesetzern. Zuletzt war bekannt geworden, dass Besitzer Kretschmer die „Rote Flora“ zu einem sechsstöckigen Kulturzentrum mit Konzerthalle ausbauen will. Die Linksautonomen hatten die Pläne als grotesk bezeichnet und Widerstand angekündigt.

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