dokumentART-Hauptpreis vergeben:

Film über Blutspenden in Russland geehrt

Für die russische Filmemacherin Alina Rudnitskaya hat sich der Ausflug nach Deutschland gelohnt. Der Hauptpreis beim Festival beinhaltet nicht nur Ehre, sondern auch ein Preisgeld.

Der mit dem Hauptpreis gekrönte Film „Blood“ zeigt eine Gruppe Russinnen beim Blutspenden.
Der mit dem Hauptpreis gekrönte Film „Blood“ zeigt eine Gruppe Russinnen beim Blutspenden.

Der Hauptpreis des Europäischen Filmfestivals dokumentART in Neubrandenburg geht nach Russland. Die international besetzte Jury sprach den Latücht-Preis 2014 der Filmemacherin Alina Rudnitskaya für ihren Streifen „Blood“ (Blut) zu, sagte Hannah Pilarczyk als Jurysprecherin am Dienstag zum Abschluss des fünftägigen Festivals.

In dem Film wird der Alltag des russischen Blutspendedienstes am Beispiel einer Gruppe von Frauen beschrieben. „Die Regisseurin legt ein weit verzweigtes System von Machtspielen offen und zeichnet zugleich eine Vielzahl von intimen Portraits“, erklärte Pilarczyk. Filmisch gekonnt verwebe Rudnitskaya im dritten Teil einer Trilogie über das russische Gesundheitswesen Geschichten vom Überleben, die berühren, ohne ins Sentimentale abzugleiten.

Weiterer Preis geht auch nach Israel

Rudnitskaya wurde 1976 bei Murmansk geboren und arbeitet in St. Petersburg. Sie habe das traditionelle Filmformat durch eine bislang im russischen Dokumentarfilm nicht gekannte Intimität erweitert und bekam dafür mehrfach Preise, hieß es. Der Hauptpreis der dokument-ART wird vom Schweriner Kultusministerium gestiftet und ist mit 5000 Euro dotiert. Das Filmfest in Neubrandenburg gilt als wichtiger Treffpunkt der jungen Dokumentarfilmszene Europas.

Weitere Preise gingen an Milli Pecherer aus Israel für den Streifen „Yeruham off Season“ (Yeruham, Nebensaison) und „Majubs Reise“ von Eva Knopf. In dem Film aus Israel bewegt sich eine junge Frau in der rauen Männerwelt des israelischen Westens um den Ort Yeruham. In Knopfs Porträt geht es um einen afrikanischen Schauspieler, der in der NS-Zeit Rollen von Afrikanern in Filmen spielte, als junger Mann als Kolonialsoldat in Tansania kämpfte und im Konzentrationslager der Nationalsozialisten in Sachsenhausen starb. Diesen Preis vergab der Landesverband Filmkommunikation Mecklenburg-Vorpommern.

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