:

Foxcatcher

In „Shining“ gibt es eine Szene, in der sich der spätere Axtmörder Jack Torrance mit dem Geist seines Vorgängers unterhält, der ihm den verschütteten Eierlikör vom Wams wischt. In einem ähnlichen Tonfall erzählt der Film „Foxcatcher“ durchgängig seine wahre Geschichte.

Channing Tatum in einer Szene von "Foxcatcher".
Koch Media Channing Tatum in einer Szene von "Foxcatcher".

Mark Schultz (Channing Tatum) und sein Bruder Dave (Mark Ruffalo) haben als Ringer olympisches Gold für die Vereinigten Staaten geholt. Mark hat dieser Erfolg nicht weit gebracht. Er trainiert immer noch hart und bereitet sich mit Dave auf die nächste WM vor, aber der einsame Mann mit seinen sozialen Defiziten ist völlig mittellos. Dann bekommt Mark den ultimativen Sponsoren-Anruf. Kein Geringerer als der Multimillionär John du Pont (Steve Carell) möchte, dass sich die Ringerbrüder unter seiner Schirmherrschaft auf die nächste Olympiade vorbereiten, um für Amerika zu gewinnen. Die Familie du Pont ist durch Rüstungs- und Chemieunternehmen unsagbar reich geworden. Und während Dave das Angebot ablehnt, findet sich Mark bald darauf in Privatjet und Luxus-Chalet wieder. Sein reicher Gönner John du Pont legt einige bizarre Marotten an den Tag, die Mark geflissentlich ignoriert. Aber der Zuschauer ahnt bereits, dass diese Geschichte kein gutes Ende nehmen kann. 

Regisseur Bennett Miller hat schon in seiner preisgekrönten Biografie „Capote“ gezeigt, dass er a) aus fantastisch besetzten Schauspielern das Maximum ihrer Kunst herauskitzeln kann und b) diese Leistungen dazu benutzt, um eine Atmosphäre zu schaffen, die dem Zuschauer die Lider bleischwer werden lässt. Channing Tatum, Mark Ruffalo und der kaum wieder zu erkennende Steve Carell, sie alle spielen grandios auf in einem Film für ein ausgeschlafenes Publikum.  

Wertung:
Anspruch: 3
Spannung: 3
Action: 2
Humor: 1
Erotik: 0

Verleih: Studiocanal      
Bundesstart: 05. Februar 2015 
Genre: Drama

Mehr Infos unter: www.foxcatcher.de

Weiterführende Links